Nord

Jaeschke lässt Havelse jubeln - Nullnummer in Jeddeloh

Regionalliga Nord, 20. Spieltag

Jaeschke lässt Havelse jubeln - Hannover II verpennt Halbzeit eins - Nullnummer in Jeddeloh

Raus aus dem Keller: Nach dem vierten Spiel in Folge ohne Niederlage konnte der TSV Havelse die Abstiegsplätze verlassen.

Raus aus dem Keller: Nach dem vierten Spiel in Folge ohne Niederlage konnte der TSV Havelse die Abstiegsplätze verlassen. IMAGO/Claus Bergmann

RL Nord, 20. Spieltag

Der Himmel über dem Gelände des TSV Havelse klart allmählich immer weiter auf. Nach drei Partien in Folge ohne Niederlage - allesamt gegen Spitzenteams wie beim 2:2 gegen den VfB Lübeck oder 4:0 gegen Jeddeloh II - konnte die Mannschaft von Samir Ferchichi auch zum Abschluss des 20. Spieltages am Sonntagnachmittag nicht bezwungen werden. Gegen Eintracht Norderstedt feierte der Drittliga-Absteiger einen verdienten 2:0-Erfolg und konnte damit erstmals seit dem 5. Spieltag über den Strich klettern.

Havelse fand besser in die Partie und riss das Spielgeschehen schon nach wenigen Minuten an sich. Landete Qelas Bogenlampe in der 9. Minute nur auf dem Tornetz, lag der Ball in der 11. Minute erstmals im Gäste-Kasten. Einen langen Einwurf bekam Norderstedt nicht entscheidend geklärt. Mitten im Getümmel schaltete Jaeschke am schnellsten und stocherte den Ball zum 1:0 über die Linie. Mit der Führung im Rücken feilten die Hausherren direkt am nächsten Treffer, der in der 35. Minute fiel. Und wieder war Jaeschke zur Stelle. Diesmal hämmerte der Angreifer eine Drawz-Flanke per Direktabnahme sehenswert in die Maschen. Wer mit einem Aufbäumen der Gäste nach dem Seitenwechsel gerechnet hatte, wurde enttäuscht. Viel mehr waren es weiter die Hausherren, die munter nach vorne spielten, es jedoch verpassten den ein oder anderen Treffer nachzulegen. Alles in allem ein hochverdienter Heimsieg, mit dem der TSV auf Rang 13 klettert.

Ebenfalls über den Strich klettern konnte am Sonntag die Teutonia Ottensen. Mit 4:2 setzten sich die Teutonen gegen Hannover 96 II durch. Die Partie war dabei schon zur Pause entschieden. Mit der überfallartigen Spielweise der Hausherren kam die blutjunge Profi-Reserve überhaupt nicht zurecht und lag nach 44 Minuten völlig verdient mit 0:4 zurück. Wohlers (11./44.), Steinwender (30.) und Istefo (40.) waren die Torschützen. Nach dem Seitenwechsel verflachte die Partie stetig, auch wenn sich nach dem Blitz-Anschlusstreffer von Evina in der 48. Minute ein winziger Hoffnungsfunken entflammte. Hannover war in der Folge zwar bemüht, insgesamt aber einfach zu harmlos. Als sich beide Parteien dann mit dem Ergebnis abgefunden zu haben schienen, verkürzte Gindorf doch noch einmal auf 2:4. Zu diesem Zeitpunkt war dies aber nicht mehr als Ergebniskosmetik. Mit dem dritten Sieg in Folge klettert Ottensen bis auf Rang 10 und verlässt damit die Abstiegszone.

In der letzten Sonntagspartie stand dann das Verfolgerduell zwischen Jeddeloh II und Drochtersen/Assel auf dem Programm. Bei beiden Teams war zuletzt jedoch ein wenig der Wurm drin. Während Jeddeloh seit zwei Partien auf einen Sieg wartete und zuletzt eine 0:4-Pleite gegen Kellerkind Havelse kassierte, konnte Drochtersen/Assel nur eines der letzten sieben Spiele gewinnen und hatte sich damit aus der Spitzengruppe der Liga verabschiedet. Im direkten Duell waren beide Mannschaften daher erst einmal auf eine solide Defensivarbeit fokussiert, was sich maßgeblich auf die offensiven Bemühungen beider Mannschaften ausprägte. In einer größtenteils sehr taktischen, auf Sicherheit ausgelegten Partie trennten sich beide Teams torlos mit 0:0. Jeddeloh II verpasste damit den Sprung auf Platz zwei, Drochtersen/Assel hält Rang sechs.

Weiche beendet ihre Durststrecke

Die Misere des SC Weiche Flensburg schien gegen die Kickers Emden zunächst weiterzugehen. Die Sabaly-Elf hatte zwar mehr vom Spiel, treffen sollten aber nach 14 Minuten die Gästen. Cordes schob nach schwacher Flensburger Abwehrarbeit zum 1:0 für den BSV ein. Weiche war in Folge um den Ausgleich bemüht. Kramer traf aber mit seinem Kopfball nur die Latte und Hartmanns Dropkick entschärfte Djokovic im Emder Tor. Auf der Gegenseite verpasste Eilerts per Kopf knapp den zweiten Treffer der Ostfriesen. Die Platzherren benötigten einen Eckball, um zum Ausgleich zu kommen, den Kramer aus der Nahdistanz über die Linie bugsierte (39.). Nach der Pause plätscherte das Spiel vor sich hin, ehe Gieseler in der 63. Minute zum 2:1 für die Flensburger abstaubte. Ein Tor, das sich nicht angedeutet hat. Emden versuchte zurückzuschlagen, allein es fehlte die Idee. Auch von den Gastgebern war bis zur Schlussphase erst einmal nichts mehr zu sehen. Erst in der Nachspielzeit machte Weiche den Sack durch Treffer von Kramer und Empen zu.

Deutlich war derweil der Erfolg des 1. FC Phönix Lübeck, der sich seiner Abstiegssorgen dadurch weiter entledigt. Beim FC St. Pauli II führten die Lübecker schon zur Pause komfortabel. Pingel knipste nach Vorarbeit von Holzmann früh (11.). Knudsen legte nach einem Fehler der Paulianer im Spielaufbau das 2:0 nach (35.). Im zweiten Durchgang besorgte Ulbricht nach einem schönen Spielzug schließlich die Entscheidung (62.). Danach ließen die Gäste nichts mehr anbrennen, spielten ihren Vorsprung souverän ins Ziel.

Nervenaufreibender war die Begegnung zwischen Altas Delmenhorst und dem VfV 06 Hildesheim. Die Gäste vergaben dabei gleich zwei Führungen. VfV-Lebensversicherung Göttel brachte Hildesheim zunächst nach schöner Vorarbeit von Sonntag in Führung (21.). Der SVA schlug aber noch vor der Pause durch Stefandl zum leistungsgerechten Pausenstand zurück (35.). Nach dem Kabinengang dasselbe Spiel. Diesmal traf Kalinowski zur Führung für Hildesheim (49.), das es anschließend verpasste nachzulegen. In der Drangphase der Gäste gelang den Hausherren dann jedoch der Ausgleich (65.) - aus Hildesheimer Sicht völlig unnötig. Unnötig war auch der Ballverlust der Unger-Elf vor dem Siegtor der Gastgeber. Delmenhorst konterte anschließend klasse und Rohwedder sorgte für den 3:2-Endstand (81.).

Keinen Gewinner gab es zwischen Holstein Kiel II und Blau-Weiß Lohne - 1:1. Der Zweitliga-Nachwuchs legte früh durch Frahm vor (7.), schaffte es aber nicht das zweite Tor nachzulegen. Nach dem Seitenwechsel gelang den Gästen durch Tönnies der Ausgleich. Trotz vorhandener Chancen auf beiden Seiten blieb es aber beim Remis.

Ähnlich war der Spielverlauf zwischen dem BSV Rehden und dem Bremer SV. Auch dieses Kellerduell endete mit einem 1:1. Hamid sorgte für die Gästeführung im ersten Durchgang (23.). Die Schwarz-Weißen glichen nach der Pause durch Haritonov aus (65.) und drängten in den Schlussminuten vergeblich auf den Sieg. Rehden hält durch das Remis die Bremer zumindest auf Abstand, die Lage im Tabellenkeller bleibt aber eng.

VfB Lübeck gewinnt vor Rekordkulisse

Drei Spieltage sind es noch bis zur Winterpause, am Freitagabend startete die Regionalliga Nord mit einem Spitzenspiel: Primus VfB Lübeck hatte den Hamburger SV II zu Gast. Und nach zuletzt drei Partien ohne Erfolg beendeten die Lübecker letztlich mit einem 2:1-Sieg ihre Ergebniskrise. Die Partie fand vor einer Regionalliga-Nord-Rekordkulisse von 7.505 Zuschauern und auf hohem Niveau statt. Die Heimelf führte durch einen späten Treffer zur Pause mit 1:0: Farrona war nach Ablage von Drinkuth erfolgreich (44.). Die Rothosen aber antworteten rasch nach Wiederanpfiff: Velasco wurde in die Tiefe geschickt und markierte frei vor dem Keeper das 1:1 (49.). Nun drückte die Heimelf auf die erneute Führung, Kastenhofer traf aber nur den Pfosten. Der spielentscheidende Treffer fiel in Minute 82: Boland bediente mit einer Flanke Drinkuth, der am langen Pfosten das umjubelte 2:1 markierte. In den Schlussminuten hielt Kirschke den Sieg fest.

Mehr zur Regionalliga Nord

Verfolger am Sonntag gefordert

Sonntags stehen schließlich die Duelle der Verfolger auf dem Programm. Hannovers Reserve gastiert bei Teutonia Ottensen, das zuletzt seine Pflichtaufgaben gegen direkte Konkurrenten aus dem Tabellenkeller erfüllte. 96 II reist derweil mit der Empfehlung von sechs Siegen aus den letzten sieben Spielen an.

Der SSV Jeddeloh II strauchelte derweil in den letzten beiden Begegnungen und verpasste dadurch - klammert man den weiter im Raum stehenden Punktabzug aus - die mögliche Tabellenführung. Am Sonntag soll gegen die wankende SV Drochtersen/Assel das Ruder wieder herumgerissen werden. Selbes gilt natürlich auch für D/A, das nur in zwei seiner letzten zehn Spiele dreifach punkten konnte. 

Zudem kommt es zum Duell zwischen dem TSV Havelse und Eintracht Norderstedt. Beide befinden sich im Aufwind. Norderstedt kletterte nach starken Auftritten in den vergangenen Wochen auf Rang 6, während die Gastgeber durch zuletzt sieben Zähler aus drei Partien die Abstiegsränge verließen.

dw/jam/luk

Die Stadien der Regionalliga Nord