Tennis

Jabeur im Endspurt stärker: Maria verpasst das Finale von Wimbledon

Frauen-Halbfinale an der Church Road

Jabeur im Endspurt stärker: Maria verpasst das Finale von Wimbledon

Die Bühne überlassen: Auch Ons Jabeur feierte Tatjana Maria.

Die Bühne überlassen: Auch Ons Jabeur feierte Tatjana Maria. AFP via Getty Images

Maria sah sich zunächst in die Defensive gedrängt. Brachte die 34-Jährige ihr erstes Aufschlagspiel noch mit Mühe durch, musste sie bereits das zweite abgeben - 3:1 für Jabeur, 21 Minuten waren da gespielt. 

Die Tunesierin präsentierte sich auch danach als die aggressivere und konzentriertere Spielerin, letztlich tütete sie Satz eins gegen die fehlerbehaftete Deutsche locker mit 6:2 ein. Bezeichnend, dass Slice-Expertin Maria beim Satzball ausnahmsweise mal die Rückhand durchzog, die Filzkugel jedoch weit im Aus landete.

Im zweiten Durchgang drehte Maria den Spieß um: Diesmal gelang der zweifachen Mutter das Break zur 3:1-Führung, ihre erhöhte Risikobereitschaft wurde so manches Mal belohnt. Einen ersten Satzball bei 5:2 und Aufschlag Jabeur ließ sie noch liegen, die 27-Jährige kämpfte sich nochmal heran. Doch bei eigenem Aufschlag machte Maria den Satz dicht - 6:3. Die Tunesierin hatte bis dato zwar mehr Gewinnschläge, aber eben auch deutlich mehr unerzwungene Fehler gemacht.

Jabeur hat den längeren Atem - und feiert Maria

Wie schon in den beiden Durchgängen zuvor gab es auch im dritten ein frühes Break zu sehen - diesmal wieder für Jabeur, die 3:0 in Front ging. Da die Deutsche zwar um das zweite Aufschlagspiel wie eine Löwin kämpfte, es aber nach einem völlig verpatzten Schmetterball doch abgeben musste, war die Vorentscheidung schnell gefallen. Dass Maria in den Runden zuvor insgesamt drei Stunden länger auf dem Platz gestanden hatte als ihre Kontrahentin, war nun spürbar. 

Zwar verkürzte Maria noch einmal auf 1:5, doch Jabeur behielt anschließend bei eigenem Aufschlag die Nerven. Mit 6:2, 2:6 und 6:1 setzte sie sich nach 1:43 Stunden verdientermaßen durch. Eine schöne Geste: Nach der langen Umarmung am Netz nahm sie ihre Freundin Maria mit auf den Platz und schenkte der 34-Jährigen nochmal die große Bühne.

Rybakina lässt Halep keine Chance - Premieren im Finale

Auf wen sie im Endspiel trifft, entschied sich am späteren Nachmittag: Elena Rybakina aus Kasachstan besiegte die Rumänin Simona Halep glatt in zwei Sätzen mit 6:3 und 6:3.

Die 23-Jährige setzte sich etwas überraschend klar in nur 75 Minuten gegen die frühere Wimbledon-Siegerin durch. Für die an Nummer 17 gesetzte Rybakina ist es das erste Grand-Slam-Finale ihrer Karriere. Auch Jabeur gibt ihre Endspiel-Premiere bei einem der vier großen Turniere des Jahres. 

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