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Italienische Fernsehbilder belasten Frings

Entscheidung ist gefallen

Italienische Fernsehbilder belasten Frings

Wurde durch italienische Fernsehbilder belastet: Torsten Frings.

Wurde durch italienische Fernsehbilder belastet: Der deutsche Nationalspieler Torsten Frings (li., im Duell mit Carlos Tevez). imago

Die italienische Zeitung La Repubblica hatte auf die Bilder verwiesen. Die FIFA hat reagiert, hatte die Fernsehbilder aus Italien angefordert und hat ein Disziplinarverfahren gegen Torsten Frings eingeleitet. "Nach Ansicht neuer Fernsehbilder hat die Disziplinarkommission der FIFA festgestellt, dass Frings mit großer Wahrscheinlichkeit aktiv involviert war", sagte FIFA-Mediendirektor Markus Siegler am Sonntagabend in Berlin.

"Der deutschen Delegation sowie auch dem Spieler selbst wird bis Montag, 13.00 Uhr, ein Frist gesetzt, zum Vorfall eine Stellungnahme abzugeben. Aus zeitnahen Gründen ist mit einem Entscheid der Kommission bis spätestens Montagnachmittag zu rechnen", heißt es in der FIFA-Mitteilung. Die Entscheidung ist zwar mittlerweile nach einer Sitzung der Disziplinarkommission der FIFA gefallen, wurde aber zunächst noch nicht verkündet. Zuerst wird die schriftliche Urteilsbegründung dem Deutschen Fußball-Bund DFB) zugestellt, verlautete aus FIFA-Kreisen im Hotel Intercontinental von Berlin.

"Wir sind von Medien über die aktuelle Entwicklung unterrichtet worden. Bisher ist in dieser Angelegenheit aber noch keine Anfrage der FIFA bei uns eingetroffen", erklärte zunächst DFB-Mediendirektor Harald Stenger. Um 19.23 Uhr am Sonntagabend war die FIFA-Ankündigung mit der Einleitung eines Disziplinarverfahrens gegen Frings im WM-Quartier Schlosshotel Grunewald per Fax aber eingegangen. "Wir werden fristgericht unsere Stellungnahme abgeben", so Stenger.

Auch Argentiniens Maxi Rodriguez muss nach Auswertung der Fernsehbilder mit einer Bestrafung rechnen, denn der Fußball-Weltverband strebt ein Verfahren gegen den argentinischen Nationalspieler an. Der Profi von Atletico Madrid, der die "Gauchos" durch einen Treffer in der Verlängerung gegen Mexiko (2:1 n.V.) in die Runde der letzten Acht geschossen hatte, ließ sich nach der Partie zu einem Faustschlag gegen Bastian Schweinsteiger hinreißen.

FIFA-Mediendirektor Markus Siegler bestätigte am Sonntag auf einer Pressekonferenz in Berlin den Sachverhalt. Der Weltverband will jedoch noch untersuchen, "welche Rolle deutsche Offizielle gespielt haben könnten", so Siegler. Dabei spielte er offensichtlich auf Oliver Bierhoff an, der auf den Platz geeilt war, um zu schlichten und dabei auch von argentinischen Spielern attackiert worden war. Der Nationalmannschafts-Teammanager muss nun aber nicht mit einer Bestrafung rechnen. Wie DFB-Mediendirektor Harald Stenger am Sonntagabend erklärte, liege ein entsprechendes Schreiben der FIFA vor.

Auslöser der Tumulte war der argentinische Ersatzspieler Leandro Cufre, der Per Mertesacker in den Unterleib trat und dafür die Rote Karte sah. Die unschöne Aktion von Rodriguez blieb dagegen von Schiedsrichter Lubos Michel (Slowakei) ungeahndet.