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Italien trauert um einen der weltbesten Stürmer: Luigi Riva ist tot

Cagliaris Vereinsikone wurde 79 Jahre alt

Italien trauert um einen der weltbesten Stürmer: Luigi Riva ist tot

Luigi Riva, Cagliaris Vereinsikone und Rekordtorschütze der Squadra Azzurra, ist tot.

Luigi Riva, Cagliaris Vereinsikone und Rekordtorschütze der Squadra Azzurra, ist tot. picture alliance / ANSA

Luigi Riva wurde am gestrigen Sonntag ins Krankenhaus von Cagliari eingeliefert, nachdem der frühere Stürmer einen Herzinfarkt erlitten hatte. Eigentlich war die Vereinsikone des sardischen Klubs Cagliari Calcio nach Angaben der Mediziner bereits auf dem Weg der Besserung, als am Montagabend vom  italienischen Fußballverband die Nachricht von seinem Tode verbreitet wurde.

Der Ehrenpräsident von Cagliari, der für seinen Verein zwischen 1963 und 1976 trotz zahlreicher lukrativer Angebote durchgehend auf Torejagd ging, ist mit 35 Länderspieltreffern in nur 42 Partien für die Squadra Azzurra immer noch Italiens Rekordtorschütze. In den 1960er und 1970er Jahren war er einer der weltbesten Stürmer, der mit seiner Wucht und seiner linken "Klebe" viele Abwehrreihen in Angst und Schrecken versetzte.

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Kein Wunder, dass sein Spitzname seiner Spielweise entnommen war:  "Il Rombo di Tuono", übersetzt das Donnergrollen. Riva war 1944 in der Lombardei geboren worden, nordwestlich von Mailand aufgewachsen, schloss er schnell Inter in sein Herz, doch seine fußballerischen Glanztaten vollbrachte er in der Provinz Sardiniens und wurde mit Cagliari 1970 immerhin Meister.

Jahrhunderstpiel, WM-Finale und ein ganz großer Titel

Nichtsdestotrotz eroberte er vor allem mit der Squadra Azzurra die fußballerische Weltbühne. Im Jahrhundertspiel bei der WM 1970 in Mexiko gegen Deutschland (4:3 n.V.) schoss er Italien in der Verlängerung zwischenzeitlich mit 3:2 in Führung, das WM-Finale gegen Brasilien fünf Tage später sah nach dem 1:4 einen traurigen Riva vom Platz schleichen.

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So blieb ihm nur ein ganz großer Titel - und zwar der des Europameisters. 1968 traf er im zweiten Endspiel (Nummer 1 endete 1:1) gegen das damalige Jugoslawien (2:0) zur frühen 1:0-Führung.

Frühere Mitspieler würdigten den Verstorbenen als "Naturgewalt auf dem Platz", wie es Roberto Boninsegna formulierte, 1970 ebenfalls Torschütze gegen Deutschland. Torhüter-Legende Dino Zoff sagte, er verliere "einen guten Freund, es ist unendlich traurig".

bst

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