2. Bundesliga

Hasan Abdullah Mohamed Ismaik vom abgestiegenen und im Chaos steckenden TSV 1860 München meldet sich zu Wort - Zukunft offen

Grabenkämpfe beim TSV 1860 München

Ismaik meldet sich zu Wort - Zukunft offen

Greift Investor Hasan Ismaik dem TSV 1860 München erneut unter die Arme?

Greift Investor Hasan Ismaik dem TSV 1860 München erneut unter die Arme? imago

Um die Lizenz für die bereits am 21. Juli 2017 startende Drittliga-Saison 2017/18 zu erhalten, muss der TSV 1860 München bis Freitag einen hohen einstelligen Millionenbetrag vorweisen. Und selbst bei einer Spielberechtigung kommen weitere Verpflichtungen wie Spieleretat, Stadionmiete oder Catering dazu, der Betrag würde auf 15 bis 20 Millionen Euro anwachsen. Viel Geld also - Geld, das auf die Schnelle wohl nur Investor Ismaik auftreiben kann - sonst droht der Absturz in die Regionalliga Bayern oder tiefer .

Der Investor hatte sich nach dem besiegelten Abstieg aber zunächst nicht zu Wort gemeldet - bis Mittwochabend: Der 39-Jährige holte in seinem Statement knapp 24 Stunden nach dem 0:2 gegen Jahn Regensburg weit aus - und vermied ein klares Bekenntnis, wie es für ihn künftig weitergeht.

Zunächst holte Ismaik abermals gegen diverse Vereinsvertreter aus: "Alles, was gestern passiert ist - einschließlich der Rücktritte von Ian Ayre und Peter Cassalette, zeigt, dass in unserem Verein vieles im Argen liegt." Wie verzwickt die Situation zu sein scheint, verdeutlichte er, indem er von steten "skrupellosen Machtkämpfen und internen Querelen" schrieb.

Bei seinen Unternehmungen, Struktur und Ordnung einkehren zu lassen, sei er "auf taube Ohren gestoßen". Wie es für den Geschäftsmann persönlich weitergehe, erscheint dagegen offen. Ismaik schrieb lediglich in etwas kryptischer Art und Weise: "Ich appelliere an alle Löwen-Fans, die ernsthaft und verantwortungsvoll am Wiederaufbau des TSV 1860 interessiert sind, sich mir bei der Umsetzung der nötigen Änderungen anzuschließen und unseren geliebten Verein in diesen schwierigen Zeiten zu unterstützen."

War nicht einmal der Zweitliga-Verbleib gesichert?

Wie schwierig die Zeiten tatsächlich sind, das verdeutlicht die "Süddeutsche Zeitung". Dort heißt es in einem Artikel, dass selbst für den Zweitliga-Klassenerhalt noch 23,1 (!) Millionen Euro notwendig gewesen sein sollen, um überhaupt die Lizenz von der DFL zu erhalten. Geldgeber Ismaik aber soll in einem Brief von seinem Anwalt sechs Forderungen gestellt haben - zum Beispiel die partielle Abschaffung des Weisungsrechts des e.V. an den KGaA-Geschäftsführer - was strikt gegen geltende Regularien der Bundesliga (DFL) verstoßen würde. Sonst werde es keine weiteren Investitionen geben.

Es erscheint demnach extrem unsicher, ob Ismaik nun das notwendige Geld für die 3. Liga zur Verfügung stellen wird.

Das Statement von Hasan Ismaik im genauen Wortlaut:

Liebe Löwen,
der 30. Mai 2017 mit dem Abstieg aus der Zweiten Liga, geht als trauriges Kapitel in die glorreiche Geschichte des TSV 1860 ein. Wir wurden von Jahn Regensburg gedemütigt und an die Wand gespielt. Alles, was gestern passiert ist - einschließlich der Rücktritte von Ian Ayre und Peter Cassalette, zeigt, dass in unserem Verein vieles im Argen liegt. Das hat nichts mit meiner Person zu tun, sondern dieser Verein ist momentan geprägt von skrupellosen Machtkämpfen und internen Querelen, die es nun zu beseitigen gilt. Nur dann hat der TSV 1860 wieder eine Zukunft.
Ich habe die Vereinsseite in den letzten Monaten immer wieder aufgefordert zum Wohle von 1860 zu arbeiten, um die Misswirtschaft sowie den Mangel an Professionalität und Transparenz zu beseitigen. Die Reaktion? Ich bin auf taube Ohren gestoßen.
Die unkontrollierten Handlungen dieser Funktionäre haben dem Verein massiv geschadet. Ich appelliere an alle Löwen-Fans, die ernsthaft und verantwortungsvoll am Wiederaufbau des TSV 1860 interessiert sind, sich mir bei der Umsetzung der nötigen Änderungen anzuschließen und unseren geliebten Verein in diesen schwierigen Zeiten zu unterstützen.
Einmal Löwe, immer Löwe
Hasan Ismaik

mag

Der Absturz der Münchner Löwen