Italien

Inzaghi, Dzeko und eine Feststellung: "Ich war nüchtern"

Inter profitiert vom langjährigen Roma-Kapitän und Wunschspieler

Inzaghi, Dzeko und eine Feststellung: "Ich war definitiv nüchtern"

Vertrauen aufeinander und scherzen übereinander: Stürmer Edin Dzeko und Inter-Coach Simone Inzaghi.

Vertrauen aufeinander und scherzen übereinander: Stürmer Edin Dzeko und Inter-Coach Simone Inzaghi. imago images/Sportimage

Er werde den Trainer nun erst einmal fragen, ob er betrunken war, erzählte Edin Dzeko nach dem Schlusspfiff in Florenz.

Dort lag Inter in der 51. Minute 0:1 hinten und Coach Simone Inzaghi bereitete zwei Wechsel vor, die an der Seitenlinie bereits die taktischen Aufträge erhielten: Denzel Dumfries für Matteo Darmian und Alexis Sanchez für Dzeko - so der Plan des im Sommer installierten Ex-Lazio-Trainers. 30 Sekunden später traf Darmian zum Ausgleich, in der 55. köpfte Dzeko nach einer Calhanoglu-Ecke zur Führung ein. Der Ex-Wolfsburger war bereits am 1:1 beteiligt gewesen. Ivan Perisic rundete per 3:1 den Abend der Ex-Bundesligisten ab.

"Edin sollte eigentlich raus, manchmal liegt der Trainer-Instinkt eben auch daneben. Aber er kann beruhigt sein, ich war definitiv nüchtern", erwiderte Inzaghi, dessen Transfersommer-Mühen um Dzeko sich bislang definitiv auszahlen.

Dzeko: "Es macht einfach Spaß"

Der 35-Jährige notiert nach fünf Serie-A--Spielen vier Tore und einen Assist, das war ihm in seiner Karriere noch nicht oft gelungen. In den Wolfsburger zweieinhalb Jahren wies Dzeko nur 2010 vier Treffer am 5. Spieltag auf, in der Folge lieferte er nur zweimal einen besseren Start. 2011/12 bei Manchester City (sechs Tore nach fünf Ligaspielen) und 2017/18 bei der AS Rom (fünf Tore) - wo er über die Jahre zum erfolgreichsten ausländischen Torschützen aufstieg.

Im Vergleich zur Vorsaison, als ihm in der gesamten Serie-A-Saison lediglich siebenmal getroffen hatte und er zwischenzeitlich mit dem dortigen Ex-Trainer Paulo Fonseca im Clinch war, wirkt der Bosnier wieder sichtlich frischer, motivierter, schafft Raum und setzt seine Nebenleute immer wieder hervorragend in Szene.

"Es macht einfach Spaß, mit all diesen großartigen Fußballern zu spielen", verriet Dzeko, der wie sein gesamtes Team in der ersten Hälfte der überlegenen Fiorentina applaudieren musste, dann jedoch entscheidend am Erfolg mitwirkte und zu einem der Besten auf dem Feld avancierte. Im Gegensatz zum ehemaligen Stuttgarter Nicolas Gonzalez. Der Argentinier verblasste nach starken ersten 45 Minuten (Vorlage zur Führung durch Riccardo Sottil, 23.) komplett und sah nach ironischem Beifall überflüssig Gelb-Rot (78.).

Sieg Nummer 1500

Da war Dzeko, der momentan den Chelsea-Abgang von Star Romelu Lukaku vergessen lässt, dann tatsächlich schon fünf Minuten lang ausgewechselt. Er hatte seine Arbeit bereits erledigt und am nächsten Inter-Rekord mitgewirkt. Beim 1500. Serie-A-Erfolg der Klub-Geschichte schraubten die Schwarz-Blauen ihre Quote mit elf verschiedenen Torschützen auf 18 Treffer nach fünf Partien - so treffsicher war Inter lediglich 1960/61 gestartet.

Oliver Birkner