Bundesliga

Beim SC Freiburg "ist Flexibilität gefragt"

In den nächsten Wochen geht es in Freiburg nicht den gewohnten Gang

Intuition und Statistik: Beim Sport-Club "ist Flexibilität gefragt"

Abstecher im NLZ: Christian Streich.

Abstecher im NLZ: Christian Streich. IMAGO/Sportfoto Rudel

"Die Fans sind glücklich, weil wir viele Spiele haben und die Jungs es sehr gut machen - und das nicht erst seit kurzem, sondern schon seit zwei, drei Jahren", sagte SC-Trainer Christian Streich vor dem Start in die sechs englischen Wochen. "Es ist schön, wie die Mannschaft auftritt, mit welchem Engagement." Und anders als vor neun Jahren, als der SC Freiburg das letzte Mal in der Gruppenphase der Europa League war, sieht sich der Verein diesmal auch gut aufgestellt für die Doppelbelastung. Hauptgrund: Der Kader ist quantitativ und qualitativ breiter aufgestellt.

Vorschau

Und im Trainerteam wurde Julian Schuster, Verbindungstrainer und langjähriger SC-Kapitän, noch etwas stärker eingebunden. Denn die Freiburger können zwar weniger trainieren, müssen aber mehr analysieren. Traditionell wird darauf viel Wert gelegt beim Sport-Club, auch auf Einzelvideos. Jetzt gebe es "Mischformen", berichtete Streich. So habe als Vorbereitung auf das Heimspiel gegen Mainz die Nachbereitung des Hoffenheim-Spiels gedient, auch wenn die TSG systematisch etwas anders spiele als der FSV. "Wir haben geschaut, was wir gut gemacht haben, und was wir noch besser machen können", so der SC-Coach, "es ist auch spannend für uns, es ist Flexibilität gefragt."

Streich "back to the roots"

In der Länderspielpause hat er sich mit seinen Kollegen aber noch mal richtig Zeit genommen. Im Nachwuchsleistungszentrum der Freiburger wurde das interne Testspiel vom Donnerstag vor einer Woche zusammengeschnitten und seziert, und dort auch mit Trainern von erster und zweiter Mannschaft sowie Jugendtrainern besprochen. "Das macht mir wahnsinnig Spaß, weil ich wenig Zeit habe drüben zu sein in der Fußballschule, und das ist ja meine Heimat, mein Ursprung", sagte Streich.

In Bezug auf die Belastungssteuerung für die nächsten Wochen erklärte er, dass er sich nicht nur auf seine Intuition, sondern auch auf Statistiken verlassen will. "Wir schauen nach dem Spiel, in welcher körperlichen Verfassung sie sind im Hinblick aufs nächste Spiel und sicherlich auch aufs Spiel danach", erklärte der SC-Coach, "wir haben die ganzen Werte, wir sprechen mit ihnen, und wir sehen, wie sie in den Spielen agieren." In einer eigenen App gebe es einen Überblick, wer wie lang gespielt hat und in welcher Intensität. "Wenn einer rausschießt, wenn er normalerweise 20 Sprints und 60 Tempoläufe hat, und es wäre wesentlich weniger, dann wäre es ein Indikator, aber das Allerwichtigste ist, was wir auf dem Platz sehen."

Mehr Veränderungen in den Startformationen

Streich geht davon aus, dass es in den nächsten Wochen etwas mehr Veränderungen in den Startformationen geben wird als vor der Länderspielpause. Obwohl einige Spieler zuletzt kaum zum Einsatz kamen, hat er noch keine Unzufriedenheit festgestellt. "Die Mannschaft hat ordentlich gespielt, teilweise gut, das sehen auch alle Spieler", sagte er, "sie respektieren auch Leistungen von ihren Kollegen oder Freunden, von daher ist es nicht schwierig gewesen." Das hätte wohl anders ausgesehen, wenn die Mannschaft nicht so erfolgreich gewesen wäre, und es trotzdem keine Wechsel gegeben hätte, vermutete er.

Daniela Frahm

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