Bundesliga

Ingvartsen sucht die EM-Chance, Bülter sein Fahrrad

"Ich weiß nicht, ob ich Nummer 25 oder 49 bin"

Ingvartsen sucht die EM-Chance, Bülter sein Fahrrad

Union Berlins Marcus Ingvartsen hofft auf seine EM-Teilnahme mit Dänemark.

Union Berlins Marcus Ingvartsen hofft auf seine EM-Teilnahme mit Dänemark. imago images

Vor über zwei Jahren war Ingvartsen erstmals in die dänische A-Nationalmannschaft berufen worden, kam im März 2017 aber im WM-Qualifikationsspiel in Rumänien (0:0) nicht zum Einsatz. Der 23-Jährige wartet nach wie vor auf sein Debüt für den Europameister von 1992. Für die laufende Länderspielpause stand er laut Auskunft seines Klubtrainers im provisorischen Aufgebot der Dänen, war also nah dran an einer Berufung. Oder? "Die geben immer einen 49-Mann-Kader an", erzählte Unions Coach Urs Fischer neulich. Und wo sich Ingvartsen auf dieser XXL-Liste einsortiert, konnte selbst der Spieler nicht beantworten, da er offenbar nicht über seine Berufung ins vorläufige Aufgebot informiert worden war. "Die (der dänische Verband, Anm. d. Red.) sagen das den Spielern nicht", sagte Ingvartsen und meinte: "Ich weiß nicht, ob ich Nummer 25 oder 49 bin."

Trotz der Ungewissheit über seinen Stellenwert in den Überlegungen von Nationaltrainer Age Hareide hofft Ingvartsen auf eine baldige Berufung in den finalen Kader und die Chance auf eine Teilnahme an der EM im kommenden Jahr. "Es ist ein realistisches Ziel. Eine gute Saison mit viel Einsatzzeit - dann weiß man ja, wie schnell es im Fußball gehen kann. Es ist definitiv mein Ziel", sagte der variabel einsetzbare Angreifer am Montag in Berlin und ergänzte: "Ich hoffe, meine Chancen werden besser und besser, je mehr ich hier bei Union spiele."

Ingvartsens Hochzeitspläne

Nach einem mäßigen Start bei Bundesliga-Neuling Union zeigte sich der Sommerneuzugang aus dem belgischen Genk zuletzt - wie auch seine Teamkollegen - mit ansteigender Form. Sollte er diese Entwicklung fortsetzen, Dänemark am Montagabend in Irland (20.45 Uhr) das EM-Ticket lösen und Ingvartsen es dann in den Kader für die Endrunde schaffen, stünde er allerdings vor einem (Termin-)Problem: Zeitnah nach Saisonende soll geheiratet werden, "aber die EM", sagte Ingvartsen über den Zeitplan, "könnte alles ändern".

Bülter: "Mein Fahrrad wurde geklaut"

Einer etwas anderen Herausforderung sah sich derweil sein Teamkollege Marius Bülter ausgesetzt. Wie der 26-Jährige am Montag berichtete, erlebte er eine unangenehme Überraschung, als er am Morgen von seiner Wohnung in der Nähe des Stadions an der Alten Försterei in Köpenick zum Training fahren wollte. "Mein Fahrrad wurde geklaut", sagte Bülter und erzählte: "Das war vier Wochen alt. Ich habe noch geguckt, ob ich es vielleicht in den Keller gestellt hatte, ich war mir da erst nicht ganz sicher und dachte schon, ich wär doof. Aber es war weg. Ärgerlich."

Der Außenbahnspieler gab den Wert des gestohlenen Drahtesels mit etwa 400 Euro an - und stellt sich nun darauf ein, dass er, der gerne auch mal mit dem E-Roller zum Training kommt, binnen weniger Wochen erneut investieren muss. "Ich befürchte, dass ich es nicht wiedersehe", sagte Bülter, der laut eigener Auskunft auch nicht am Fahrradschloss gespart hatte. "Ich hatte mir eigentlich ein richtig gutes Schloss gekauft, weil ich gehört hatte, dass hier Fahrräder geklaut werden. Aber", musste er feststellen, "es hat nichts gebracht."

Jan Reinold

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