Bundesliga

Ingvartsen im Interview: "Nicht das, was ich angestrebt habe für diese Saison"

Mainzer Reservist vor Wiedersehen mit Union

Ingvartsen im Interview: "Nicht das, was ich angestrebt habe für diese Saison"

Er will bei Mainz in die erste Elf: Marcus Ingvartsen.

Er will bei Mainz in die erste Elf: Marcus Ingvartsen. imago images

Knapp 114 Spielminuten benötigte der Däne 2021/22 im Durchschnitt, bis der Ball im Netz zappelte. Angesichts von lediglich 681 Bundesligaminuten sind sechs Tore ein imponierendes Ergebnis. Das etatmäßige Stürmerpärchen der 05er, Jonathan Burkardt (237) und Karim Onisiwo (472), kann von einer solchen Quote nur träumen. Die beiden trafen alle 237 beziehungsweise alle 472 Minuten. Burkardt kam auf elf, Onisiwo auf fünf Saisontore.

Herr Ingvartsen, in der vergangenen Saison haben Sie sich häufig mit Adduktorenproblemen herumgeschlagen, sind die Beschwerden komplett abgeklungen?

Zum Glück ist derzeit alles gut. In der Sommerpause und in der Vorbereitung haben der Klub und ich intensiv daran gearbeitet, ich konnte dann auch alle Einheiten mitmachen.

Ist neuerdings weniger Platz für einen Stürmer Ihres Profils? Es wird mehr über die Flügel gespielt.

Wir spielen jetzt mit zwei Sechsern und zwei Achtern beziehungsweise Zehnern, also einem Stürmer im Zentrum und zwei dahinter. Alle drei Positionen passen meiner Meinung nach perfekt zu mir. Ich kann ganz vorne genauso wie zwischen den Linien meine Qualitäten, meine Technik und meine Übersicht einbringen.

Sie kamen vor ziemlich genau einem Jahr von Berlin nach Mainz, weil Sie bei Union zu selten als Stürmer eingesetzt wurden, um Ihre Chancen in der Nationalmannschaft zu steigern. Wird es für Sie durch das neue Mainzer System in Dänemark wieder schwieriger?

Nein, die drei vorderen Positionen sind die gleichen, für die ich auch im dänischen Nationalteam infrage komme. Deshalb liegt mein Fokus darauf, eine davon in Mainz möglichst jedes Wochenende zu bekleiden. Ich versuche alles, um in Bestform zu kommen und damit in die 05-Startelf.

Wenn es so bleibt, ist es natürlich eine andere Situation.

Marcus Ingvartsen

In den ersten beiden Pflichtspielen hatten Sie aber nur 15 Einsatzminuten. Wie hart ist es, auf der Bank zu sitzen?

Natürlich ist das nicht das, was ich angestrebt habe für diese Saison. Beim letzten Testspiel musste ich verzichten wegen der Geburt meines Sohnes, ich war zum Pflichtspielstart ein bisschen hintendran. Aber ich bin mir ziemlich sicher, wenn ich weiter hart arbeite, werden die Minuten kommen und dann muss ich auf dem Feld zeigen, was ich kann. Jeder weiß, auch der Trainer, dass ich im Training und auch im Spiel alles gebe, um die Situation zu verändern. Ich muss die Ruhe bewahren und weiter in die Richtung gehen, die ich eingeschlagen habe. Dann werden die Minuten kommen.

Beunruhigen Sie die wenigen Spielminuten?

Wenn es so bleibt, ist es natürlich eine andere Situation, aber die Saison ist noch sehr jung und ich glaube an mich, an Mainz und die Mannschaft. Ich habe nach wie vor ein sehr gutes Gefühl in Hinblick auf die neue Saison.

Ist die Partie gegen Ihren Ex-Verein Union noch etwas Besonderes?

Es ist immer wieder besonders, auf die ehemaligen Mitspieler und den Ex-Trainer zu treffen, auch wenn dies ja mindestens zweimal im Jahr immer passiert.

In der Vorsaison hat Mainz zweimal gegen Union verloren, was macht es so schwierig?

Sie funktionieren in ihrem 5-3-2 wirklich sehr gut und sind sehr routiniert. Die neuen Spieler werden immer schnell integriert.

Wird eine Leistung wie beim 2:1 in Bochum ausreichen?

Es ist super, dass wir aus Bochum die Punkte mitgenommen und einen guten Start hingelegt haben. Aber mit dem Ball und was die Intensität betrifft, müssen wir uns steigern, um mit Union mitzuhalten. Doch wir wissen auch, dass es zu Hause ein anderes Spiel für uns ist, wir mit einer Menge Power rauskommen und unsere Fans im Rücken haben werden. Wir werden sicher nicht zweimal nacheinander zu Hause gegen Union verlieren.

Interview: Michael Ebert

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