WM

Infantino: Abstimmung über Spielkalender noch in diesem Jahr

Außerordentlicher FIFA-Kongress am 20. Dezember

Infantino: Abstimmung über Spielkalender noch in diesem Jahr

Werden seine Pläne durchkreuzt? FIFA-Boss Gianni Infantino.

Werden seine Pläne durchkreuzt? FIFA-Boss Gianni Infantino. Getty Images

Einige europäische Verbände haben bereits mit dem Austritt aus der FIFA gedroht, sollte die WM im Zwei-Jahres-Turnus über die Bühne gehen. Zuletzt hatten die nordischen Verbände von Dänemark, Schweden, Norwegen, Finnland, Island und Färöer in einem gemeinsamen Statement ihre Position verdeutlicht. "Im schlimmsten Fall und als letzte Option kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Verbände aus Protest und mangelndem Verlangen nach dem neuen Aufbau aus der FIFA austreten", sagte der dänische Verbandschef Jesper Möller, der auch Mitglied der UEFA-Exekutive ist.

Der DFB hält sich mit derartigen Drohungen zurück und hofft auf eine "gemeinsame von FIFA und UEFA erarbeitete einvernehmliche Lösung". Man sei "in enger Abstimmung mit der UEFA und den anderen Verbänden". Neben der UEFA lehnt auch der Kontinentalverband Südamerikas das neue Format kategorisch ab.

DFB hofft auf Einlenken Infantinos - Auch Lahm wird deutlich 

"Insgesamt haben die europäischen Verbände sehr deutlich gemacht, dass sie geschlossen gegen die FIFA-Pläne stehen", hieß es vom DFB weiter. "Der FIFA wurden zahlreiche Argumente gegen die Pläne vorgelegt. Unser Eindruck war, dass der FIFA-Präsident sehr nachdenklich wirkte und verstanden hat, warum es keinen Sinn macht, so vorzugehen."

Auch der frühere Nationalmannschafts-Kapitän Philipp Lahm wiederholte seine Aussage, einer WM alle zwei Jahre nichts abgewinnen zu können. "Ich habe schon gesagt, dass ich den aktuellen Rhythmus als den richtigen Rhythmus empfinde", sagte der OK-Chef der Heim-EM 2024 bei einem Besuch der Eliteschule des Fußballs in Hamburg. Als Beispiel nannte Lahm den überraschenden Triumph von Griechenland bei der EM 2004, auf dem sich "eine ganze Nation vier Jahre lang aufbauen" konnte. Außerdem müsse man "auch anderen Sportarten Raum und Platz lassen", forderte der 37-Jährige, "da kann der Männerfußball nicht immer alles abgreifen".

Infantino will Abstimmung über Spielkalender

Unbedingt verhindern wollte der DFB eine Abstimmung über den WM-Turnus noch in diesem Jahr. "Ziel muss es sein, die geplante Abstimmung (...) von der Tagesordnung zu bekommen", hieß es vor der FIFA-Council-Sitzung an diesem Mittwoch mit dem deutschen Vertreter Peter Peters.

Nach Beschluss des Councils findet am 20. Dezember nun ein außerordentlicher Kongress statt mit dem Ziel, die 211 Mitgliedsverbände über eine Änderung des internationalen Spielkalenders abstimmen zu lassen. Gesucht werde ein "Konsensvorschlag, hinter dem sich alle Mitgliedsverbände für die Zukunft des Fußballs vereinen", sagte Infantino.

"Ich verstehe, dass Kritik existiert. Aber wir müssen einen gemeinsamen Nenner finden. Das ist eine Herausforderung, aber gleichzeitig unser gemeinsamer Ehrgeiz, das zu schaffen", äußerte sich der FIFA-Präsident auch zur deutlichen Kritik an den Plänen. Es sei zu früh, um zu sagen, dass eine WM alle zwei Jahre eine "eierlegende Wollmilchsau" wäre, so Infantino weiter. Daher wolle die FIFA "das Projekt nur fortführen, wenn es für alle besser ist. Nicht nur wirtschaftlich gesehen, sondern auch sportlich mit der Möglichkeit teilzunehmen."

dpa/sid/las/jom

Thema
Neuer Rhythmus für die Weltmeisterschaft

Alles zum Thema: Eine WM alle zwei Jahre?

zum Thema
  • Die FIFA erwägt, die WM bald alle zwei statt alle vier Jahre auszutragen
  • Widerstand regt sich bei den Kontinentalverbänden
  • Auch Fans und Klubs kritisieren die Gedankenspiele