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IFAB will Handspielregel verbessern - und plant Wechselreform

Regelhüter diskutieren auch übers Abseits

IFAB will Handspielregel verbessern - und plant Wechselreform

Dieses Handspiel wurde nicht geahndet: Tschechiens Tomas Soucek beim Spiel gegen das DFB-Team um Antonio Rüdiger.

Dieses Handspiel wurde nicht geahndet: Tschechiens Tomas Soucek beim Spiel gegen das DFB-Team um Antonio Rüdiger. imago images

Die Handspielregel sorgt nahezu wöchentlich für Ärger, auch die internationalen Regelhüter des IFAB (International Football Association Board) sind sich der Problemlage offenbar bewusst. Bei einer virtuellen Sitzung der Beratungsgremien, an der auch IFAB-Direktor Jonathan Ford teilnahm, wurde eine "weitere Präzisierung" anvisiert.

"Ungeachtet des überarbeiteten Regeltextes 2019/20 war die Interpretation von Handspielen nicht immer einheitlich", räumte das IFAB in einer Pressemitteilung am Montagabend ein. Bei der Videokonferenz sei noch einmal betont worden, "dass die finale Entscheidung beim Schiedsrichter liegt und nicht jede Ballberührung einer Spielerhand oder eines Spielerarms ein Vergehen ist".

Außerdem sollen Schiedsrichter beim Thema "unnatürlich vergrößerte Körperfläche" stärker danach urteilen, "wie die Hand bzw. der Arm im Vergleich zur Bewegung des Spielers positioniert" sei. Nach einer großen Handspielreform, die sich unter anderem UEFA-Präsident Aleksander Ceferin gewünscht hatte, klingt das alles nicht.

Gibt es schon bald eine Extra-Wechseloption bei Gehirnerschütterungen?

Weiter ist das IFAB bei einer Reform der Auswechslungen. Die Beratungsgremien, zu denen auch ehemalige Schiedsrichter, Trainer und Spieler wie Massimo Busacca, Arsene Wenger oder Luis Figo gehören, sprachen sich deutlich für eine zusätzliche Auswechseloption beim Verdacht auf eine Gehirnerschütterung aus.

Dies hatte eine Expertengruppe im Oktober ganz unabhängig von der Corona-Krise und der gerade erlaubten fünf Wechsel vorgeschlagen. Dem IFAB zufolge soll diese Regel "so bald wie möglich" getestet und erste Feldversuche schon bei der jährlichen IFAB-Versammlung am 16. Dezember genehmigt werden. Die englische FA bot dafür noch am Montagabend den FA Cup der Männer und Frauen an.

Auch die Verbesserung der Abseitsregel stand bei der Gremiensitzung auf der Agenda. In der Pressemitteilung heißt es dazu aber lediglich, dass "mögliche Optionen" besprochen worden seien, die das Spiel "attraktiver und dynamischer" machen sollen. In jedem Fall wäre "eine ausgiebige Versuchsphase" nötig, bevor eine Regeländerung tatsächlich vorgeschlagen werden könne.

jpe

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