Champions League

Dino Toppmöller erklärt die Kommunikation mit Nagelsmann

Kontakt zum erkrankten Coach erst in der zweiten Hälfte

"Ich hatte nur zwei Auftritte": Toppmöller erklärt die Kommunikation mit Nagelsmann

Wurde auch mal laut an der Seitenlinie: Bayern-Assistent Dino Toppmöller.

Wurde auch mal laut an der Seitenlinie: Bayern-Assistent Dino Toppmöller. imago images/kolbert-press

Erst "heute auf der Standardsitzung" habe er erfahren, dass er als Hauptverantwortlicher an der Seitenlinie stehen würde. Gemeinsam mit Xaver Zembrod übernahm Dino Toppmöller für den erkrankten Julian Nagelsmann. "Es ist nicht so einfach, wenn der Cheftrainer im letzten Moment nicht dabei ist", sagte Toppmöller bei "DAZN" - meinte damit aber gar nicht in erster Linie sich selbst. Stattdessen sprach er ein "Kompliment an die Mannschaft" aus, "die Jungs haben es sensationell gut gemacht".

Seine eigene Rolle spielte der 40 Jahre alte Co-Trainer hingegen herunter. "Es ist nicht so, dass wenn Julian nicht da ist, dass ich dann der Chef bin und meine eigenen Entscheidungen treffe", erklärte er auf der Pressekonferenz nach dem 4:0 in Lissabon. "Er war bis gestern dabei, er hat die Matchplansitzung geleitet, die Jungs waren vorbereitet." Konkret übernommen hatte er nach eigener Aussage nur wenige Aufgaben. "Ich hatte nur zwei Auftritte", berichtete Toppmöller: die letzte Ansprache vor dem Spiel sowie die Halbzeit-Analyse mit den von Videoanalyst Benjamin Glück zusammengeschnittenen Szenen.

Erst in der zweiten Hälfte klappt der Funkkontakt

"Es war nicht so, dass ich den großen Zampano mache", resümierte der Co-Trainer. Zumal Nagelsmann auch während des Spiels in die Prozesse eingebunden war - zumindest nach dem Seitenwechsel. "In der ersten Hälfte hatten wir während des Spiels keinen Kontakt, weil der Funkkontakt mit den Analysten nicht funktioniert hat", berichtete Toppmöller. Über Funk war Toppmöllers Mitstreiter Zembrod mit den Bayern-Analysten vernetzt, die wiederum mit Nagelsmann in Kontakt standen.

Als die Verbindung im zweiten Durchgang stand, konnte der Coach so auch Einfluss auf die wichtigen Entscheidungen nehmen. "Julian hat bei den Auswechslungen die Entscheidungen getroffen", stellte Toppmöller klar. "Du machst da nicht selbstständig deine Wechsel." So war auch die Hereinnahme von Serge Gnabry für Benjamin Pavard die Idee Nagelsmanns. Eine, die sich auszahlte: Der Offensivspieler war an der Entstehung von drei der vier Bayern-Tore beteiligt.

Einstand mit Leberkäse und Bier

"Da sieht man, dass Julian zwar krank ist, aber im Kopf sehr fix", lobte Toppmöller seinen Chef. "Das war eine super Idee von ihm und ein entscheidender Punkt für uns, dass wir mit Serge viel gefährlicher waren. Es war eine mutige Entscheidung. Gut gemacht, Julian."

Der Coach selbst hatte sich offenbar auch selbst schon zu Wort gemeldet. "Julian hat schon ein Video in die Gruppe mit den Spielern gestellt", verriet Toppmöller, dessen Vater Klaus 2002 mit Bayer 04 Leverkusen im Finale der Champions League stand. Da will nun auch Toppmöller junior hin - aber zuvor gäbe es noch etwas anderes zu erledigen. "Xaver und ich müssen jetzt wahrscheinlich einen Einstand machen", blickte Toppmöller voraus. "In München ist Leberkäse und ein Bierchen Tradition."

mib