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"Ich habe einen Dorn herausgeholt, der schon lange steckengeblieben war"

CONMEBOL kürt zwei bester Spieler des Turniers - Messi emotional

"Ich habe einen Dorn herausgeholt, der schon lange steckengeblieben war"

Er lebe hoch! Lionel Messi nach dem Sieg bei der Copa.

Er lebe hoch! Lionel Messi nach dem Sieg bei der Copa. imago images/Xinhua

"Verrückt", so sei es für Messi. "Was ich fühle, das ist unerklärlich." Er versuchte es trotzdem: "Ich hatte noch keinen glücklicheren Moment als diesen. Die Freude ist immens, und ich wusste, dass sie einmal kommen würde. Diese Mannschaft hat es verdient."

Dass er im Finale selbst nicht glänzte, sogar eine Riesenchance in der 88. Minute leichtfertig vergab? Geschenkt. Angel di Maria hieß der Matchwinner in der "Neuauflage" des "Maracanazo", in Anlehnung an das entscheidende Spiel der WM 1950, in dem Uruguay Brasilien mit 2:1 schlug. Unter anderem der argentinische "Clarin" und die "Marca" in Spanien titelten mit diesem Ausdruck.

Spielersteckbrief Messi
Messi

Messi Lionel

Spielersteckbrief di Maria
di Maria

di Maria Angel

Dass der Triumph möglich wurde, war laut Messi ein Mannschaftserfolg. „Ich hatte viel Vertrauen in dieses Team, das seit der letzten Copa immer stärker geworden ist. Wir waren viele Tage eingesperrt, ohne jemanden zu sehen. Gott sei Dank wurde es uns geschenkt. Davon habe ich oft geträumt."

Ich habe das Gefühl, dass Gott diesen Moment für mich aufbewahrt hat.

Lionel Messi

Pandemiebedingt hatten sich die Spieler bei der Copa in einer Blase aufhalten müssen, die Austragung des Turniers war ohnehin hochumstritten. Während die anderen Spiele vor leeren Rängen stattfanden, wurde das Finale immerhin vor ca. 5000 Zuschauern ausgetragen.

Sie sahen, wie die Argentinier Messi nach der Partie in die Luft warfen und ihn hochleben ließen. "Ich habe einen Dorn herausgeholt, der schon lange steckengeblieben war", sagte er. "Es ist ein Spiel, das in die Geschichte eingehen wird. Nicht nur, weil wir den Titel haben, sondern auch weil wir in Brasilien gewonnen haben. Ich habe das Gefühl, dass Gott diesen Moment für mich aufbewahrt hat, gegen Brasilien im Finale, und auch noch bei ihnen."

Di Maria: "Wir haben immer wieder an die Tür geklopft"

Auch dem 33-jährigen Torschützen di Maria, langer Wegbegleiter des 34-jährigen Messi, fiel ein Stein vom Herzen. Gemeinsam hatten sie einst Gold bei Olympia 2008 in Peking gewonnen, doch der Sieg in der Copa hat mehr Gewicht. "Wir sind so oft gescheitert, wir haben so oft davon geträumt und so hart gekämpft", sagte Di Maria, der das verlorene WM-Finale 2014 gegen Deutschland im Maracana von der Bank aus verfolgen hatte müssen. "Viele Leute haben gesagt, wir würden es nicht schaffen, wir wurden viel kritisiert. Aber wir haben immer wieder an die Tür geklopft und weitergemacht."

Bereits vor dem Finale waren übrigens Messi sowie Neymar zu den besten Spielern der Südamerika-Meisterschaft gewählt worden. In jeder Partie hätten sie ihre Fähigkeiten unter Beweis gestellt, die sie zu Spielern mit technischer und taktischer Qualität sowie mit Intelligenz mit und ohne Ball machten, teilte eine Expertenkommission der CONMEBOL am Samstag mit. "Es ist unmöglich, nur einen besten Spieler zu küren, denn dieses Turnier hat zwei beste Spieler." Messi hatte vier Treffer zum Turniersieg beigetragen, Neymar war zweimal erfolgreich.

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