Bundesliga

"Ich brauche nicht rumeiern": Bobic spricht über seinen Abschied im Sommer

Eintracht reagiert - Hertha BSC lockt den Sportvorstand

"Ich brauche nicht rumeiern": Bobic spricht über seinen Abschied im Sommer

War 2016 zu Eintracht Frankfurt gestoßen: Sportvorstand Fredi Bobic.

War 2016 zu Eintracht Frankfurt gestoßen: Sportvorstand Fredi Bobic. imago images

Bobic bestätigte seinen Abschied selbst in der Sendung "Sportschau Thema", die am späten Dienstagabend in der ARD ausgestrahlt wird. "Ich brauche nicht groß rumeiern. Man war vorbereitet darauf, dass die Situation kommt, dass ich im Sommer 2021 den Verein verlassen werde", sagte der 49-Jährige, der stark mit einem Wechsel zu Hertha BSC in Verbindung gebracht wird. Er habe sogar schon Mitte 2020 gehen wollen. "Dann wurde ich gebeten, ob ich nicht noch die Corona-Saison durchziehen kann, und ich habe gesagt, das mache ich, schon aus moralischen Gründen. Ich habe gesagt, ich ziehe noch ein Jahr durch - und jeder wusste eigentlich Bescheid."

Der Aufsichtsrat habe alles versucht, ihn zu halten: "Aber es ist eine persönliche Sache, und das haben sie auch verstanden." Zu den Hertha-Berichten mochte sich Bobic inhaltlich nicht äußern. "Ich will auf das Thema gar nicht mehr eingehen, denn leider kommen immer wieder zu viele Indiskretionen an die Öffentlichkeit", betonte er.

Aus Vereinskreisen erfuhr der kicker dagegen, dass sich der Sportvorstand bis vor wenigen Wochen nicht auf einen Abschied festgelegt habe, auch wenn er in Gesprächen zeitweise damit geliebäugelt habe. Noch im vergangenen Herbst sei seitens Bobic die Rede davon gewesen, lediglich beim Angebot eines absoluten Spitzenklubs einen Abschied in Erwägung zu ziehen. Ein Stück weit steht Aussage gegen Aussage. Aus Eintracht-Sicht stellt es sich so dar, dass erst mit Bobics vagen Äußerungen bei Sky Anfang Februar Dynamik in die Angelegenheit kam. Das erscheint durchaus plausibel, da die Eintracht andernfalls schon im vergangenen Sommer die Zukunft hätte transparent regeln können.

Eintracht-Stellungnahme bestätigt Bobics Wunsch

Dazu passt auch die Aussage des Aufsichtsratsvorsitzenden Philip Holzer, der per Pressemitteilung erklärte: "Fredi Bobic ist vor drei Wochen auf mich zugekommen und hat mich über seine Überlegungen bezüglich einer Auflösung seines bis zum 30. Juni 2023 laufenden Vertrages nach dem Ende der laufenden Saison informiert. Wir haben verabredet, entsprechende Gespräche über einen Verbleib oder einen vorzeitigen Wechsel zu führen und darüber im Sinne des sportlichen Erfolgs der Eintracht absolutes Stillschweigen zu wahren. Die Gespräche sind gegenwärtig noch nicht abgeschlossen und werden erst nach der nächsten Aufsichtsratssitzung Mitte März fortgesetzt."

Bobic, seit 2016 im Amt, hatte seinen Vertrag im August 2018 bis 2023 verlängert. Zwischen 2010 und 2014 hatte er seine Bundesliga-Managerkarriere beim VfB Stuttgart gestartet.

Während zahlreiche Eintracht-Fans seine Verpflichtung vor knapp fünf Jahren zunächst abgelehnt hatten, hat sich der frühere deutsche Nationalstürmer vor allem mit klugen Spielerverpflichtungen und -verkäufen einen hervorragenden Ruf erarbeitet. Mit seinem vorzeitigen Abschied sorgte er aber auch klubintern für Verärgerung.

Weil auch Sportdirektor Bruno Hübner der Eintracht am Saisonende den Rücken kehren wird, muss sie sich vor der neuen Saison in der sportlichen Führung neu aufstellen.

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jpe/las

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