Bundesliga

"Ich bin schuld": Solbakken stellt sich

Köln: Nach Fehlstart gegen Wolfsburg

"Ich bin schuld": Solbakken stellt sich

Keiner, der die bequemen Wege geht: Stale Solbakken, Trainer des 1. FC Köln.

Keiner, der die bequemen Wege geht: Stale Solbakken, Trainer des 1. FC Köln. picture alliance

Dass die Kölner Profis Zeit brauchen würden, um das Spielkonzept ihres neuen Trainers zu verinnerlichen, war eigentlich hinlänglich bekannt, zu neu, zu konträr zu vielem Bekannten sind die Vorstellungen des 43-Jährigen selbst für alte Bundesliga-Hasen. Doch der Einbruch gegen Wolfsburg, ebenfalls zuletzt wahrlich nicht in Frühform, warf trotzdem Fragen auf am Geißbockheim.

Vom Selbstvertrauen, das Solbakken nach dem Pokal-Erfolg in Wiedenbrück (3:0) noch festgestellt haben wollte, war nichts zu sehen, zum Teil agierte der FC am Samstag leb- und orientierungslos. Nicht eine nennenswerte Chance ergab die erste Hälfte - während hinten reihenweise gepatzt wurde. Besonders Mohamad-Vertreter Pezzoni tat sich mit mehreren haarsträubenden Fehlern negativ hervor.

Bundesliga - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
VfB Stuttgart VfB Stuttgart
3
VfL Wolfsburg VfL Wolfsburg
3
3
Borussia Dortmund Borussia Dortmund
3
Trainersteckbrief Solbakken
Solbakken

Solbakken Staale

Solbakken, seit der Kapitäns-Debatte um Lukas Podolski und Pedro Geromel unter besonderer Beobachtung der hitzigen Rhein-Presse, verzichtete jedoch auch diesmal auf den einfachen Weg, er stellte seine Mannschaft nicht an den Pranger. Stattdessen resümierte er: "Es war heute nicht unser Tag. Und das war meine Schuld."

Spielbericht & Stimmen zum ersten Spieltag

Man habe nicht wegen der individuellen Fehler verloren, stellte er sich verteidigend vor seine Elf, "sondern die ganze Mannschaft hat nicht gepasst. Dann ist der Trainer schuld, nicht die Spieler." Zwar war auch ihm nicht entgangen, dass seine Schützlinge vor allem vor der Pause "ein bisschen ängstlich" agiert hatten, zeigte dafür allerdings Verständnis: "Viele Dinge sind neu für sie. Und unter Druck denkt man dann eben etwas zu viel nach."

Zumal dann, wenn einige Fans gleich im ersten Heimspiel die Finger zum Mund führen. "Ich habe keine Pfiffe gehört", sagte Solbakken dazu nur, wohlwissend, dass es womöglich nur eine Frage der Zeit ist, bis seine Elf nicht nur weiß, welchen Fußball ihr Chef sehen will, sondern ihn auch auf dem Platz umsetzen kann. Zeit, die in Köln bekanntlich besonders ungern gewährt wird.

Das Spiel täuscht, generell sind wir auf einem guten Weg.

Torwart Michael Rensing

Auch deshalb bemühten sich die Spieler, nicht schon nach dem ersten von 34 Spieltagen alles infrage zu stellen. "Das ist ordentlich schief gegangen, aber wir dürfen das nicht überbewerten", wollte stellvertretend Keeper Michael Rensing nichts dramatisieren: "Das Spiel täuscht, generell sind wir auf einem guten Weg." Positive Ansätze hatte Solbakken zumindest im zweiten Durchgang phasenweise ausgemacht, da sei es "ein bisschen besser" gewesen, "mit ein bisschen Glück hätten wir das 1:1 machen können". Erst mit Milivoje Novakovics Platzverweis war die Partie gelaufen.

"Wenn man ein neues Konzept einführt, ist ein guter Start noch wichtiger, damit die Mannschaft daran glaubt" - das hatte Solbakken vor seinem Bundesliga-Debüt verkündet. Entsprechend unbequem dürfte die kommende Woche für den Norweger ausfallen.

Am Samstag dann geht es gegen Schalke weiter, einem weiteren Verlierer des ersten Spieltags. Und zwar auswärts. Ein Vorteil? "Wenn man eine neuformierte Mannschaft hat, ist es immer schwierig, zu Hause zu starten", sagte nach dem Auftakt in Köln nicht Solbakken, sondern einer, der es wissen muss: Wolfsburgs Trainer Felix Magath.

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