Bundesliga

SC Paderborn - Jannik Huth: "Weitermachen! Es hilft ja nichts…"

Paderborns Torhüter und die Bewährungsprobe

Huth: "Weitermachen! Es hilft ja nichts…"

Kam im Sommer auf Leihbasis von Mainz nach Paderborn: Torhüter Jannik Huth.

Kam im Sommer auf Leihbasis von Mainz nach Paderborn: Torhüter Jannik Huth. imago images

So steil, wie er am Sonntagabend auf dem Weg zum Helden dieses Spiels war, so tief stürzte Jannik Huth in jener 33. Minute ab. Torhüterschicksal! Nach einigen Glanztaten, denen er später noch weitere folgen ließ, leistete sich Paderborns Schlussmann einen schweren Fehlgriff bei der weiten Flanke des Schalkers Bastian Oczipka. "Gerufen habe ich nicht. Ich dachte einfach, ich kriege den Ball sicher, komme raus - und habe mich absolut verschätzt", so der 25-Jährige zu der Szene, die Salif Sanés Kopfballtor zum 1:1-Ausgleich ermöglichte und das spätere 1:5-Desaster des Aufsteigers mit einleitete.

"Ich muss einfach hinten bleiben. Ganz klar mein Fehler", so Huth später selbstkritisch, allerdings bei Weitem nicht als Hauptschuldiger einer Paderborner Niederlage, in der vor allem im Defensivverhalten einfach auch zu viele seiner Mitspieler neben der Spur waren. "Es war nicht unser bestes Spiel. Und Schalke war richtig gut. Ein blödes Gefühl." Trotz der wenigen Glanzlichter, die ja auch er, Huth, gesetzt hatte. Aber: "Wenn man fünf Dinger kassiert, kann man als Torwart nie nach Hause gehen und sagen, alles ist gut."

Sehr ärgerlich sei es, nun fast am Tabellenende zu stehen, mit dem schwierigen Gang zum Kellerduell bei Schlusslicht Hertha BSC vor der Brust. "Mund abputzen und weitermachen", heiße es jedoch laut Huth, auch für ihn persönlich. Steffen Baumgart hatte dem Neuzugang aus Mainz nach dessen bisher soliden Leistungen zwischen den Pfosten kürzlich Einsätze bis mindestens zur nächsten Länderspielpause in Aussicht gestellt, obwohl Aufstiegstorwart Leopold Zingerle seine langwierige Schulterverletzung inzwischen auskuriert hat und gegen Schalke erstmals wieder im Spieltagsaufgebot stand.

"Es wird besser werden"

Der Trainer wird zumindest genau hinschauen, die nächsten Tage sind auch für Huth eine Phase erneuter Bewährungsproben. "Es wird besser werden, davon bin ich überzeugt", sagt der Schlussmann selbst und schiebt Gründe für seinen Optimismus nach: "Wir arbeiten im Training hart, machen dort viel Abwehrarbeit, jeder kennt seine Qualität, wir sind motiviert." Das Schalke-Spiel wertet er nicht als Wegweiser für die Zukunft des SCP in der Bundesliga, sondern als Momentaufnahme. "Ein gebrauchter Tag, so etwas gibt es ja. Passiert! Wir werden weitermachen, es hilft ja nichts..."

Michael Richter