3. Liga

Elias Huth (Hallescher FC): "Wir sind betrogen worden"

Halleschem FC wird gegen Braunschweig reguläres Tor verweigert

Huth nach verwehrtem Traum-Debüt: "Wir sind betrogen worden"

Hinter Halles Neuzugang Elias Huth liegen aufregende Stunden.

Hinter Halles Neuzugang Elias Huth liegen aufregende Stunden. imago images/Fotostand

In der 3. Liga gibt es bekanntlich keinen Video Assistant Referee, kurz VAR. Franz Bokop aus Vechta hätte sich an diesem Samstagnachmittag in Braunschweig aber sicherlich einen gewünscht. Der 31 Jahre alte Schiedsrichter entschied das Drittligaduell zwischen der Eintracht und dem Halleschen FC (1:0) mit einem Fehler, der für die Gäste noch teuer werden könnte.

"Ich habe ihn gefragt, ich würde es gern erklärt bekommen", sagte ein aufgebrachter Elias Huth hinterher bei "MagentaSport". "Ich weiß nicht, was er da gepfiffen hat. Es kann einfach nicht sein, dass so eine Situation, die klarer kaum sein kann, zurückgepfiffen wird. Es ist unfassbar." Der Ärger des neuen HFC-Stürmers war vollkommen nachvollziehbar, denn seine Erklärung traf ins Schwarze: "Dariusz (Joscha Wosz, Anm. d. Red.) steht im Abseits, aber der Ball kommt vom Gegenspieler."

Tatsächlich hatte Braunschweigs Jannis Nikolaou den ebenso wie Huth gerade erst neu verpflichteten und eingewechselten Hallenser Wosz versehentlich im Strafraum angespielt. Die Regeln lassen da wenig Spielraum: Abseits gilt nur, wenn der Pass vom eigenen Mitspieler abgegeben wird. "Wir sind um einen Punkt betrogen worden", schloss Huth mit verzweifeltem Blick. Angesichts der Tabellensituation seines neues Klubs könnte der fehlende Punkt tatsächlich noch sehr schmerzen.

"Er hat drei Minuten gebraucht, um mit dem Linienrichter zu diskutieren"

Halles Trainer André Meyer, dem ein zumindest teilweise erfolgreiches Debüt versagt worden war, sah es nur ein wenig entspannter als Huth. "Der Schiedsrichter hat eine Entscheidung getroffen. Er hat drei Minuten gebraucht, um mit seinem Linienrichter zu diskutieren, was eigentlich passiert war. Das zeigt ja schon, dass die Situation für beide nicht klar war." Bokop habe ihm erklärt, dass er das Empfinden gehabt habe, der Ball sei von einem Hallenser gekommen. "Im Zweifel das Tor nicht zu geben, finde ich grenzwertig", fuhr Meyer fort. "Und die Bilder zeigen ja auch, dass es ein klares Tor war."

Nach kicker-Informationen hatte Bokop wahrgenommen, dass Nikolaous Klärungsaktion von einem Hallenser abgefälscht worden sei. Dies belegen die Fernsehbilder allerdings nicht.

Nicht vergessen sollten die Hallenser, dass der BTSV auf der anderen Seite in der Schlussminute einen Elfmeter hätte bekommen können oder gar müssen (Sternberg an Müller). Auch hier wäre Franz Bokop wohl für den Eingriff eines VAR dankbar gewesen.

pab

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