WM

Mats Hummels nach dem bitteren WM-Aus der deutschen Nationalmannschaft gegen Südkorea: "Wir sind unglaublich hektisch geworden"

Innenverteidiger stellt sich als erster Spieler

Hummels: "Wir sind unglaublich hektisch geworden"

Das blanke Entsetzen: Mats Hummels.

Das blanke Entsetzen: Mats Hummels. imago

"Es ist schwer in Worte zu fassen. Wir haben bis zum Schluss heute auch dran geglaubt. Aber wir haben den Ball einfach nicht ins Tor gebracht. Keiner von uns. Ich glaube, wir hatten genug Gelegenheiten. Ich selber in der 86., 87. Einer, den ich machen muss. Das hat uns heute das Genick gebrochen. Wir haben unsere Torchancen nicht genutzt. Wie das Gegentor dann fällt, ist ein bisschen symptomatisch."

"Man sieht bei der WM, dass fast keine Mannschaft leicht durchkommt. Außer Belgien zweimal und England einmal hat jeder Favorit große Probleme, weil die vermeintlich kleineren Teams es defensiv gut machen. Wir haben uns mit dem Mexiko-Spiel in diese Situation gebracht.

"Klar, wir haben einige Punkte, an denen wir ansetzen müssen, wenn wir uns wieder zusammenfinden. Welche werde ich öffentlich nicht mehr sagen. Man hat das ja auch gesehen in den letzten Testspielen. Das letzte überzeugende Spiel, das wir abgeliefert haben, war glaube ich im Herbst 2017, das ist ein bisschen lange her."

Hat die Mannschaft seine Warnung nach dem Mexiko-Spiel nicht gehört? "Doch, doch, absolut. Wir haben ja die Dinge, die ich angesprochen habe, auch verbessert. Das war gegen Schweden viel, viel besser. Diese Themen Absicherung, welche Spieler in der Absicherung stehen müssen, wenn der Ball, wo ist. Das war viel besser und wir hatten eine größere Ballsicherheit."

Über den Rückfall im Südkorea-Spiel: "Wir sind ab der 65. Minute unglaublich hektisch geworden. Da haben wir unsere Positionen verlassen, sind wild geworden, haben dann Fehlpässe gespielt, sind in Konter gelaufen, die wir - ich hoffe, das darf ich sagen - noch sehr gut wegverteidigt haben. Da haben wir irgendwie unsere Struktur verloren."

Über seine vergebene Chance kurz vor Schluss: "Gut, es ist müßig, aber wenn ich den Ball in der 86. Minute reinköpfe, reden wir davon, wie geil es ist, dass wir weitergekommen sind, jetzt reden wir von was anderem. Ein ganz, ganz bitterer Abend für uns und alle deutschen Fußballfans."

Das historische Debakel ist perfekt. Zum ersten Mal in der Geschichte des DFB scheidet die Nationalmannschaft bei einer Weltmeisterschaft in der Vorrunde aus: Lesen Sie hier einen Kommentar von kicker-Chefreporter Oliver Hartmann.

ski