Bundesliga

Hummels: "Sehr seltsame" Rückkehr und ein Versprecher

Bayern-Boss Rummenigge über Pfiffe empört

Hummels: "Sehr seltsame" Rückkehr und ein Versprecher

Wurde bei seiner Rückkehr nach Dortmund ausgepfiffen: Bayern Münchens Rückkehrer Mats Hummels.

Wurde bei seiner Rückkehr nach Dortmund ausgepfiffen: Bayern Münchens Rückkehrer Mats Hummels. Getty Images

Eins musste Karl-Heinz Rummenigge in den Katakomben des Dortmunder Stadions noch loswerden: "Zu Mats Hummels sage ich nur: Undank ist der Welten Lohn." Der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern war ehrlich entrüstet über den Empfang, der Mats Hummels in den rund drei Stunden zuvor bereitet wurde: "Eine Katastrophe. Wenn jemand acht Jahre die Knochen hinhält, ist das sehr enttäuschend."

90 Minuten wurde Hummels bei seiner ersten Rückkehr an die langjährige Wirkungsstätte ausgepfiffen, bei jedem Ballkontakt, bei jeder Einblendung auf den Stadionleinwänden. Überraschend kam das nicht, einige Dortmunder Fans interpretieren die Heimkehr des in München aufgewachsenen Hummels als Verrat am BVB und verschaffen sich auf branchenübliche Art und Weise Luft.

Der Protagonist selbst wollte die Reaktion nicht überbewerten. "Mit den Pfiffen habe ich gerechnet, ich kann das nachvollziehen. Ich habe kein Problem damit, wenn Leute ihren Unmut kundtun", sagte Hummels nach dem Spiel, wurde aber nicht müde, die Pfiffe zu relativieren: "Es gibt viele, die immer noch sehr positiv sind. Die sind nur etwas leiser als die, die es weniger positiv sehen."

Eine gelassene Reaktion, die Rückkehr nach Dortmund ließ den 27-Jährigen aber alles andere als kalt. "Das hat sich sehr seltsam angefühlt, es war ein ungewohntes Gefühl für mich. Spätestens mit dem Eingang ins Stadion hat es mich emotional erwischt, aufgewühlt sozusagen", berichtete Hummels. So eine "komische Situation" habe er zum ersten Mal gehabt.

Abstimmung und Automatismen fehlten noch

Ganz beim FCB angekommen scheint er noch nicht, sportlich wie emotional - nach acht Tagen im Training verständlich. Im Interview nach dem Spiel sprach er über die Dortmunder Mannschaft noch von "den Jungs" und korrigierte sich sofort selbst: "Ich meine natürlich meine alten Jungs." Auf dem Platz fehlten im Zusammenspiel mit Philipp Lahm, Javi Martinez und David Alaba in der Viererkette noch Abstimmung und Automatismen.

Auf der für ihn ungewohnten rechten Innenverteidigerposition kam Hummels nur schleppend ins Spiel, stand bei Shinji Kagawas Großchance in der Anfangsphase schlecht und ließ sich zu Ende der ersten Hälfte einmal ordentlich von Adrian Ramos düpieren. "Das Spiel war wichtig, um körperlich noch einmal einen Schritt nach vorne zu kommen, aber das ist leistungstechnisch hoffentlich noch nicht das Ende der Fahnenstange", urteilte der Nationalspieler selbstkritisch und nannte das Spiel "ausbaufähig". Immerhin: Nach der Pause stabilisierten sich Bayern und Hummels gleichermaßen, bei einer Ecke bereitete der Neuzugang sogar noch den zweiten Treffer von Thomas Müller vor.

"Dann wäre die Vorbereitung ja für die Katz"

Bis zum Pflichtspielstart am Freitag bei Carl Zeiss Jena (20.45 Uhr, LIVE! bei kicker.de) und dem Bundesligaauftakt eine Woche später gegen Werder Bremen steht für Hummels und die anderen spät eingestiegenen Nationalspieler nun der weitere Anschluss an den Stand der restlichen Mannschaft auf dem Programm. "Wenn man nach acht Tagen Training so fit wäre wie die, die schon fünf Wochen dabei sind, wäre die Vorbereitung ja für die Katz."

Patrick Kleinmann

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