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Hummels: "Beim DFB sieht man Kritik nicht gern"

BVB-Verteidiger meldet sich zu Wort

Hummels: "Beim DFB sieht man Kritik nicht gern"

"Ich glaube schon, dass ich mir mein Standing härter erarbeiten musste als andere": Mats Hummels.

"Ich glaube schon, dass ich mir mein Standing härter erarbeiten musste als andere": Mats Hummels. Getty Images

Was bereits nach der EURO 2012 passiert war, wiederholte sich Mitte August nach dem wilden 3:3 gegen Paraguay : Joachim Löw gab "Fehlern Namen", wie BVB-Trainer Jürgen Klopp letztens sagte, und wieder hießen sie Mats Hummels. Der Bundestrainer stellte den Innenverteidiger an den Pranger.

Seitdem schwieg der Kritisierte, nun gab er im kicker das erste Interview seit Wochen. "Ich weiß, dass ich beim DFB nicht nur gute Spiele abgeliefert habe", wehrt sich Hummels darin: "Aber die meisten der schlechten waren Freundschaftsspiele, in denen die Defensive traditionell schlecht aussieht, egal, wer spielt. Dann wird eben von der gesamten Mannschaft nicht so konsequent verteidigt, wie es nötig wäre."

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Woran liegt es also, dass Hummels in der DFB-Auswahl ein niedrigeres Ansehen als im Verein genießt? Warum werden Spieler wie Lukas Podolski oder Per Mertesacker von Löw in schwierigen Phasen gestärkt, er jedoch kritisiert?

Ich habe kein Problem damit, wenn ich kritisiert werde für Fehler, die ich gemacht habe.

Mats Hummels

Der 24-Jährige sieht verschiedene Ursachen, angefangen beim mangelnden Vertrauen: Von Anfang an habe er sich sein Standing härter erarbeiten müssen als andere. "Ich musste trotz guter Leistungen im Verein lange warten, um auch nominiert zu werden und zu spielen", erinnert sich Hummels. "Mein Gefühl sagt mir, dass das bei anderen schneller ging als bei mir."

Das Verhältnis untereinander sei zudem ein anderes, "wenn man sich nur alle vier oder sechs Wochen für sieben Tage sieht. So kommt es, dass das Vertrauen, das ich im Verein spüre, in der Nationalmannschaft nicht immer so gegeben ist."

Hummels über Löw: "Die Chemie stimmt durchaus"

Dazu kommt, dass Hummels als Vertreter einer mündigen Spielergeneration gilt, sich das Recht auf eine eigene Meinung herausnimmt. Das passt nicht jedem. "Beim DFB", so sein Eindruck, "sieht man Kritik nicht gern." Trotzdem kommt sie, das zeigte sich nach dem Paraguay-Spiel wieder, umso unmittelbarer zurück. "Mag sein, dass die Kritik an mir deutlicher und direkter ausfällt als bei anderen Spielern", sagt Hummels dazu. "Ich habe kein Problem damit, wenn ich kritisiert werde für Fehler, die ich gemacht habe. Ich bin selbst mein schärfster Kritiker."

Ist das Verhältnis zwischen dem BVB-Abwehrchef und Löw also gestört? Hummels widerspricht: "Die Chemie stimmt durchaus. Der Bundestrainer hat mich bei der EURO aufgestellt. Das hätte er nicht getan, wenn er gedacht hätte, dass ich ihm das Turnier versaue. Unser Verhältnis ist völlig in Ordnung."

Hummels über seine Fehler gegen Paraguay, Löws Kommunikation - und die Dortmunder Revanche gegen Marseille in der Champions League: Das komplette Interview lesen Sie im aktuellen kicker!