Bundesliga

"Unverzeihbar": Hummels kritisiert Teamkollegen nach 1:2 bei Union

BVB-Abwehrchef schimpft wegen Eckenschwäche

Hummels kritisiert zwei Teamkollegen: "Das ist unverzeihbar"

Schlechte Laune nach dem Schlusspfiff in Berlin: Mats Hummels.

Schlechte Laune nach dem Schlusspfiff in Berlin: Mats Hummels. imago images

"In allen möglichen Kanälen" hatte Edin Terzic seine Elf noch am Freitagmorgen über Union Berlins Standardstärke informiert. Doch welche es auch immer waren: Nicht jeder Dortmunder Profi hatte die Botschaft verinnerlicht, als es am Abend darauf ankam.

Wie schon vor drei Wochen gegen Köln hat der BVB wegen zweier Ecken-Gegentore ein Bundesligaspiel mit 1:2 verloren. Und das machte Mats Hummels so wütend, dass er unmittelbar vor seinem TV-Interview erst einmal voller Wucht gegen die Werbescheibe schlug. Wuchtig war allerdings auch, was er danach sagte.

Unbegreiflich, wie das passieren kann, ehrlich gesagt. Wir hauen uns einfach selber in die Pfanne.

Mats Hummels

"Wenn man erneut ein Spiel über Standards hergibt, hat das auch etwas damit zu tun, wie sehr man unbedingt einen Sieg will", schimpfte er am DAZN-Mikrofon. "Das ist eine Katastrophe. Wir können es dem Gegner nicht so einfach machen." Dann ging er ins Detail.

Vor dem 0:1 hatte Grischa Prömel Christopher Trimmels Ecke am ersten Pfosten zu Torschütze Taiwo Awoniyi verlängert, den Giovanni Reyna aus den Augen verloren hatte. "Diese verlängerten Ecken sind am ersten Pfosten manchmal nicht zu verteidigen, dann muss man halt am zweiten Pfosten mitgehen", sagte Hummels Richtung Reyna, ohne ihn zu nennen: "Das ist eben auch: zeigen, dass man unbedingt gewinnen will."

Mit seiner Kritik beim 1:2 dürfte Hummels Can gemeint haben

Was vor dem 1:2 geschah, machte Hummels jedoch noch viel wütender: Marvin Friedrich, "der stärkste Kopfballspieler des Gegners", durfte Cedric Teucherts Ecke freistehend zu seinem vierten Saisontor einnicken - trotz einer "klaren Mann-Zuteilung". Für Hummels "unbegreiflich, wie das passieren kann, ehrlich gesagt. Wir hauen uns einfach selber in die Pfanne. Wir sind selber verantwortlich für unsere Niederlagen."

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Wieder nannte Hummels den Adressaten seiner Fundamentalkritik nicht, doch diesmal war wohl Emre Can gemeint: Der Sechser, bei den Ecken zuvor stets eng an Friedrich, verfolgte beim zweiten Gegentor gemeinsam mit Manuel Akanji auf einmal Robin Knoche. "Wir haben eine ganz genaue Zuteilung, die auch jeder Spieler kennt", klagte auch BVB-Keeper Roman Bürki im ZDF, den das 1:2 wie Hummels noch "viel mehr" aufregte als das 0:1. "Das hat auch mit Selbstdisziplin zu tun."

Sogar Torschütze Friedrich wundert sich über das BVB-Verhalten

Sogar Friedrich wunderte sich, warum er in dieser 78. Minute so "erstaunlich frei" hochsteigen durfte, "bei den Ecken zuvor hatte ich einen Mann sehr eng an mir dran" - Can eben. Hummels' wütendes Fazit: "Das ist unverzeihbar." Gerade da auch Terzic "ohne Trainingseinheiten" die "Kinderkrankheiten" im BVB-Spiel nach vorne noch nicht habe abstellen können, dürfe es "nicht passieren, dass wir gegen eine Mannschaft, die alles gibt, unsere Verantwortlichkeiten nicht übernehmen", so Hummels.

Terzic selbst missfielen die Gegentore noch aus einem anderen Grund: "Wir waren uns einig, dass man die Standards am besten verteidigt, wenn man sie nicht zulässt", berichtete der Favre-Nachfolger vom Plan, gar nicht erst "in die Situation zu kommen, dass wir erst an der Eckfahne die Flanke blocken". Doch "vor dem zweiten Gegentor erobern wir ungefähr 35 Meter vor dem Tor den zweiten Ball nicht. Das sind Dinge, die wir uns eigentlich vorgenommen haben."

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jpe

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