Champions League

Hummels: "Ciro ist seit ein paar Jährchen eiskalt vor dem Tor"

Piszczek nimmt am Abschlusstraining teil

Hummels: "Ciro ist seit ein paar Jährchen eiskalt vor dem Tor"

Auf seine Kommandos kommt es bei Lazio an: Dortmunds Abwehrchef Mats Hummels.

Auf seine Kommandos kommt es bei Lazio an: Dortmunds Abwehrchef Mats Hummels. imago images

Aus Rom berichtet Matthias Dersch

Viel ist in den vergangenen Tagen über Ciro Immobiles Zeit bei Borussia Dortmund gesagt und geschrieben worden. Nur der Stürmer, inzwischen für Lazio in Rom aktiv und erfolgreich, der schwieg bislang - und als er dann am Montag doch etwas sagte, bekräftigte er mit nur einem Satz alle Vorurteile, die über sein glückloses Jahr bei der Borussia kursieren: "Ich habe mit niemandem gesprochen", erklärte er bei der offiziellen Pressekonferenz vor dem Champions-League-Spiel gegen seine früheren Mitspieler am Dienstagabend. Dann schob er eilig nach: "Aber ich freue mich sehr, ein paar ehemalige Kollegen zu sehen."

Zu diesen ehemaligen Kollegen zählt unter anderem Mats Hummels. Beide spielten beim BVB zusammen, Hummels kennt die Qualitäten Immobiles also gut. "Ciro ist seit ein paar Jährchen eiskalt vor dem Tor", sagte der Abwehrchef der Borussia, als er am Abend auf dem Pressepodium in den Katakomben des gigantisch großen Olympiastadions Platz genommen hatte. "Wir wissen um seine ungemein hohe Qualität vor dem Tor. Er sucht den Abschluss, hat einen hervorragenden Volley und ist sehr zielstrebig." In Dortmund konnte Immobile all diese Qualitäten damals nicht zeigen, er fühlte sich nie so recht heimisch im Ruhrgebiet und beim BVB. In Rom ist das anders - und das spürt man auf dem Platz. Der italienische Nationalstürmer trifft seit einiger Zeit fast nach Belieben.

Wir wissen um seine ungemein hohe Qualität vor dem Tor. Er sucht den Abschluss, hat einen hervorragenden Volley und ist sehr zielstrebig.

Mats Hummels

Dortmunder Abwehrsorgen - Wieder eine Umschulung für Delaney

Umso gravierender ist es, dass die Borussia von Abwehrsorgen geplagt ist. Emre Can fehlt gesperrt, Dan-Axel Zagadou fällt verletzt aus, Manuel Akanji ist nach überstandener Corona-Infektion noch nicht wieder einsatzfähig. Hummels ist somit der einzig gelernte Innenverteidiger, der Lucien Favre noch bleibt. Immerhin: Routinier Lukasz Piszczek, der sich beim 1:0-Sieg über Hoffenheim am Auge verletzt hatte, nahm am Montagabend am Abschlusstraining teil und gab Favre damit die Hoffnung, ihn als rechten Part der Dreierkette aufstellen zu können. In Thomas Delaney, eigentlich Mittelfeldspieler, drängte sich am vergangenen Samstag zudem eine Alternative für die linke Position auf. Der Däne überzeugte auf der ungewohnten Position gegen die TSG - und dürfte auch am Dienstag in der Startelf stehen.

Bild aus gemeinsamen BVB-Zeiten: Ciro Immobile und Mats Hummels im Februar 2015.

Bild aus gemeinsamen BVB-Zeiten: Ciro Immobile und Mats Hummels im Februar 2015. imago images

Eingespielt allerdings wäre diese Kette nicht. Es werde deshalb vor allem darauf ankommen, wie die Abstimmung untereinander funktioniere, sagte Hummels: "Ich werde versuchen, das Ganze in die Hand zu nehmen, zu dirigieren und Kommandos zu geben", kündigte der Weltmeister von 2014 an. "Dass wir uns gegenseitig verbal viel helfen, wird ein ganz wichtiger Aspekt." Denn Immobile sei nur im Kollektiv zu stoppen: "Es geht darum, dass wir im Mannschaftsverbund so wenig gefährliche Situationen wie möglich im Strafraum zulassen." Das freilich gelte nicht nur mit Blick auf den Ex-Kollegen, sondern - so viel Respekt vor dem Gastgeber musste sein - "auch für die anderen Römer".

1000 Zuschauer zugelassen

Gut zu hören dürften die Kommandos sein, die von Hummels und Co. in dieser Partie verlangt werden: Lediglich 1000 Zuschauer dürfen am Dienstagabend im Olympiastadion zuschauen. Mehr ließen die römischen Behörden im von der Corona-Pandemie geplagten Italien nicht zu.