Bundesliga

Eintracht Frankfurt: Adi Hütters Kardinalfrage

Rode fehlt weiter, Warnung vor Angelino

Hütters Kardinalfrage: Wer spielt zentral?

Wen bringt er im zentralen Mittelfeld? Adi Hütter.

Wen bringt er im zentralen Mittelfeld? Adi Hütter. imago images

Auf der linken Bahn drängt Filip Kostic gegen RB Leipzig zurück in die Startelf, rechts lassen die Ausführungen des Trainers von Eintracht Frankfurt eher auf einen Defensivspezialisten als auf Aymen Barkok schließen.

Zwar hatte sich der 22-Jährige nicht zuletzt mit einem starken Joker-Auftritt beim 2:2 beim VfB Stuttgart ins Rampenlicht gespielt und offensiv für Wirbel gesorgt. Doch dass Hütter wortreich vor Angelino warnt, ja den Flügelspieler des nächsten Gegners gar "neben Davies zu den auffälligsten Spielern auf links" zählt, spricht eher für eine defensivere Lösung wie Almamy Toure. Zuletzt war der Franzose gesetzt, in Stuttgart enttäuschte er. Auch Danny da Costa und Timothy Chandler nennt der Coach als Alternative, der Vollständigkeit halber rechnet er auch noch Erik Durm hinzu. Oder blufft Hütter nur? Die Entscheidung auf rechts jedenfalls ist nicht die einzig knifflige, die der Österreicher aktuell zu treffen hat.

Viel spricht für Ilsanker/Kohr

Denn der neuerliche Ausfall von Rode (Sehnenprobleme im Oberschenkel), auf dessen Rückkehr die Eintracht bis zur Partie beim 1. FC Union (28. November) hofft, wirft einmal mehr das Schlaglicht auf die Besetzung der Mittelfeldzentrale gegen RB. Wie schon in Stuttgart scheint auch für den morgigen Samstag (18.30 Uhr, LIVE! bei kicker) das Duo Stefan Ilsanker/Dominik Kohr die wahrscheinlichste Variante. Wobei Hütter auch Djibril Sow, zuletzt nur Teilzeitkraft, ins Spiel bringt: "Djibril kratzt an der Startelf, aber da ist er nicht der einzige ..." Es ist gewissermaßen eine Kardinalfrage, mit der sich die Frankfurter beschäftigen müssen: Setzen sie auf eine stark aufs Zerstören ausgerichtete Doppelsechs (Ilsanker/Kohr) oder auf mehr spielerische Impulse, die bei allen defensiven Unzulänglichkeiten ein Sow zu setzen im Stande ist, oder vielleicht sogar als Achter ein Aymen Barkok angesichts seiner guten Form? Das wäre jedoch gegen ein schnell umschaltendes Team wie Leipzig schon extrem mutig.

Ideen- und erfolgreich im Frühjahr

Ausdrücklich als Option bezeichnet Hütter auch, gegen Leipzig erneut auf Ideen aus dem Frühjahr zurückzugreifen: Da formierte er Ende Januar beim 2:0 in der Liga gegen die Sachsen ein 4-2-3-1 ohne Makoto Hasebe in einer Phase, in der er mit der Umstellung auf die Viererkette (erfolgreich) einen neuen Reiz gesetzt hatte. Wenige Wochen später, als es im DFB-Pokal-Achtelfinale erneut gegen den Konzernklub ging, brachte er den Japaner in der Pendlerrolle zwischen Innenverteidigung und Sechs, ließ so nach turbulenter Anfangsphase das berüchtigte Pressing der Gäste ins Leere laufen und siegte erneut, diesmal mit 3:1.

Damals neben der abgeänderten Grundordnung der Erfolgsgarant: ein unermüdlich rennender, flankender und dribbelnder Filip Kostic mit einem Doppelpack. Der Serbe steht nach seinem Innenbandteilanriss vor dem Startelfcomeback. "Ich hatte schon in Stuttgart überlegt, ihn länger laufen zu lassen", erklärt Hütter. Beim 2:2 im Schwäbischen kam der Linksfüßer erst in der Schlussphase. "Er ist noch nicht in absoluter Topverfassung", was angesichts wochenlanger Pause in Hütters Augen normal ist. Doch angesichts seiner Bedeutung für das Offensivspiel der Hessen wäre alles andere als ein Startelfmandat für Kostic eine faustdicke Überraschung, zumal sein Vertreter Steven Zuber zuletzt enttäuschte.

Benni Hofmann

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