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Hütter zu Gladbach-Aus: "Nicht alles eingehalten, was mir versprochen wurde"

Ex-Trainer blickt kritisch zurück

Hütter zu Gladbach-Aus: "Nicht alles eingehalten, was mir versprochen wurde"

Adi Hütter erlebte keine einfache Zeit in Gladbach.

Adi Hütter erlebte keine einfache Zeit in Gladbach. imago images/foto2press

In der heißen Phase im Kampf um einen Champions-League-Platz machte Adi Hütter als damaliger Cheftrainer von Eintracht Frankfurt im April 2021 seinen Sommerwechsel zu Ligakonkurrent Borussia Mönchengladbach bekannt und sorgte damit für viel Wirbel beim Europa-League-Sieger der abgelaufenen Saison.

Kolportierte 7,5 Millionen Euro legten die Verantwortlichen der Gladbacher damals auf den Tisch, um den Cheftrainer aus Hessen loszueisen. Nach nur einer Saison und lediglich Platz zehn in der Bundesliga ist die Zeit des ehemaligen Red-Bull-Salzburg-Trainers dort aber bereits wieder zu Ende gegangen.

Hütter von öffentlicher Kritik überrascht

Der Ex-Coach der Fohlen blickt bei "ServusTV" in der Sendung "Sport und Talk aus dem Hangar-7" kritisch auf seine Zeit in Gladbach zurück: "Leider ist das, was mir in der Sommertransferzeit versprochen wurde, nicht eingehalten worden. Auf Spielerebene hat sich nichts getan. Dann hat sich Max Eberl nach drei Monaten verabschiedet, was mich viel Energie gekostet hat. Es sind auch Fehler von meiner Seite passiert. Auf der anderen Seite haben wir nie spielen können, was wir wollten." Mit großen Erwartungen in die vergangene Saison gestartet, konnte Hütter diese mit seiner Mannschaft nie erfüllen, kassierte unter anderem zwei schmerzhafte Derbyniederlagen gegen den 1. FC Köln und verpasste die internationale Qualifikation am Ende deutlich.

Die Top-Sommertransfers der österreichischen Bundesliga

Da man sich auch bei der zukünftigen Spielausrichtung in Gladbach verändern wollte, sah Hütter die Basis für eine gemeinsame Zusammenarbeit nicht mehr gegeben: "Ich sehe die Aussage von Roland Virkus, dass Borussia Mönchengladbach eine Ballbesitz-Mannschaft ist, nicht kritisch. Man muss aber klar sagen: Dann müsst ihr einen Ballbesitz-Trainer holen. Das bin ich nicht allein. Ich spiele gerne das, was wir in Salzburg, in Bern, in Frankfurt gespielt haben." Dort hatte der 52-Jährige wesentlich mehr Erfolg als in Gladbach, wo er es in seiner 364-tägigen Amtszeit lediglich auf einen Punkteschnitt von 1,38 brachte und nach seinem Abschied auch kritische Töne von manchen Spielern in seine Richtung zu vernehmen waren.

"Es war sowohl in Bern als auch in Frankfurt auch nicht immer alles eitel Wonne. Es gab immer wieder Kritik. Außergewöhnlich war für mich, dass in Gladbach vieles öffentlich gemacht wurde. Das kannte ich vorher nicht, gehört aber im Fußball dazu", erklärt Hütter nüchtern, der für seine Zukunft noch keine konkreten Pläne geschmiedet hat: "Ich bin nicht für alles offen, aber es gibt so viele interessante Dinge. Ich lasse alles auf mich zukommen und sehe dem Ganzen entspannt entgegen."

ma

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