Bundesliga

Hütter sieht die Kader-Verkleinerung entspannt

Frankfurts Rückrundenziel: 27 Punkte plus X

Hütter sieht die Kader-Verkleinerung entspannt

Adi Hütter hat kein Problem mit einem kleinen Kader.

Adi Hütter hat kein Problem mit einem kleinen Kader. imago images

Mit der am Freitagmittag finalisierten Ausleihe von Rechtsverteidiger Danny da Costa (Mainz) schreitet die Ausdünnung des Kaders weiter voran. Zuletzt hatten bereits Stürmer Bas Dost (FC Brügge), Achter Dominik Kohr (Mainz) und Innenverteidiger David Abraham (Karriereende) die Hessen verlassen, mit Linksverteidiger Jetro Willems (Vertrag läuft aus) wird wohl noch ein fünfter Profi einen Wechsel anstreben. Im Gegenzug kam mit Luka Jovic (Real Madrid) zwar eine Granate zurück, ohne Willems und die - zumindest in Frankfurt - perspektivlosen Lizenzspieler aus der Jugend wäre der Kader aber nur noch 21 Mann stark.

Hütter sieht darin aktuell jedoch kein Problem: "Wir haben immer noch genug Leute im Kader. Man darf nicht vergessen: Wir haben nur mehr die Meisterschaft vor der Brust und noch 17 Spiele zu absolvieren. Ich gehe davon aus, dass wir auch mit diesem etwas kleiner gewordenen Kader über viel Qualität verfügen." Schon im vergangenen Transferfenster hätten die Verantwortlichen den Kader gerne noch etwas verkleinert, gewissermaßen wird das nun nachgeholt. Gerade vor dem Hintergrund der eingesparten Gehälter ist das ein vernünftiger Schritt. Zum Problem werden könnte die Kadergröße lediglich bei außergewöhnlichem Verletzungspech oder zu vielen COVID-19-Infektionen gleichzeitig. Hütter erklärt: "Wenn Verletzungen und Sperren dazukämen, könnte es ein bisschen dünner werden. Aber ich würde nicht dafür plädieren, unbedingt noch einen Neuen zu holen. Es sei denn, es schneit jemand herein, der gut zu uns passen würde."

Stürmen Silva und Jovic?

Verzichten muss der Coach in Bielefeld neben Ragnar Ache (Aufbautraining) auch auf Aymen Barkok (5. Gelbe Karte), dafür kehrt der zuletzt an Knieproblemen laborierende Sebastian Rode in den Kader zurück. Offen ist, ob Hütter erneut auf zwei Zehner (Younes, Kamada) baut oder stattdessen erstmals die beiden Stürmer André Silva und Luka Jovic gemeinsam in die Startelf beruft. Klar ist: Die Offensive hat eine harte Nuss zu knacken, in vier der vergangenen fünf Spiele kassierte Arminia Bielefeld kein Gegentor, zehn Punkte sprangen dabei für den Aufsteiger heraus. "Bielefeld ist in der Bundesliga angekommen, uns erwartet ein intensives Spiel. Sie laufen unglaublich viel und lassen wenige Torchancen zu", warnt Hütter, betont aber auch selbstbewusst: "Wir sind gut in Schuss und spielerisch auf einem sehr guten Niveau."

Rechenspiele um Europa

Die internationalen Ränge hat der 50-Jährige fest im Visier. "Um international anklopfen zu können, glaube ich, dass wir nochmal zwischen 27 und 30 Punkten holen müssen", kalkuliert der Österreicher. Er verweist darauf, dass Frankfurt erst zwei Bundesligapartien verloren hat (in München und Wolfsburg), die neun Unentschieden sind ihm aber ein Dorn im Auge: "Das ist eine Zahl, die man vielleicht korrigieren kann. Lieber mal ein oder zwei Niederlagen, dafür aber auch den einen oder anderen Sieg mehr."

Julian Franzke