Bundesliga

TSG Hoffenheim: Benjamin Hübner und die Schussverletzungen

Die Leiden des Hoffenheimer Kapitäns

Hübner und die Schussverletzungen

Hat noch immer keine Minute in dieser Saison spielen können: Benjamin Hübner.

Hat noch immer keine Minute in dieser Saison spielen können: Benjamin Hübner. picture alliance

Es passierte in einer der letzten Trainingseinheiten vor der ersten Pokalrunde, die die Saison 2020/21 einläutete. Benjamin Hübner warf sich und seinen Körper mal wieder ins Gefecht. Im Bemühen, einen Ball abzuwehren oder abzublocken. Ganz nach seinem Naturell als Verteidiger warf er sich auch wie gewohnt in einen gegnerischen Schuss. Der traf diesmal mit voller Wucht seinen linken Fuß so unglücklich, dass Hübner erst mal passen musste.

Eine Läsion, so hieß es, habe er sich zugezogen. Eine nicht näher definierte Schädigung oder Störung des Sprunggelenkes. Ein struktureller Schaden lag demnach nicht vor. Man rechnete von einer überschaubaren Pause für den Innenverteidiger. Doch der hat noch immer keine Minute in dieser Spielzeit absolviert.

"Ich kann leider keine positive Nachricht überbringen"

Zunächst lief alles nach Plan. Relativ zügig konnte der Linksfuß wieder mit individuellen Einheiten auf dem Platz beginnen. Womöglich zu früh. Denn die Schmerzen verschwanden nicht. Noch immer wartet Trainer Sebastian Hoeneß auf die Rückkehr seines Kapitäns ins Mannschaftstraining. "Ich kann leider keine richtig positive Nachricht überbringen", erklärte der TSG-Coach am Freitag, "es ist einfach hartnäckig. Es ist nicht davon auszugehen, dass er kurzfristig zur Verfügung steht. Er hat leider weiter mit der Fußverletzung zu kämpfen."

Die Entwicklung sei positiv und gehe in die richtige Richtung. Doch selbst eine Rückkehr Hübners ins reguläre Training wäre zunächst nur ein erster Schritt in einer langwierigen Aufholjagd. "Man darf nicht vergessen, dass er schon lange ausfällt, sobald er wieder trainieren kann, wird es auch noch ein bisschen dauern."

Der 31-Jährige fehlt der TSG nicht nur als leidenschaftlicher Zweikämpfer. "Das tut mir unheimlich leid in erster Linie für ihn. Aber auch ein bisschen für mich, weil ich ihn als Kapitän sehr gut gebrauchen könnte als verlängerten Arm", sagt Hoeneß, "wir führen auch so regelmäßig Gespräche, aber er hat natürlich nicht den gleichen Einfluss, wie wenn er mittrainiert. Ich hoffe, dass diese unsägliche Verletzung bald ein Ende nimmt."

Hübner erwischte es schon mehrfach - und schwer

Es ist nicht die erste kuriose und schwerwiegende "Schuss-Verletzung", die sich Hübner einhandelte. Mehrfach schon wurde er im Training von hart getretenen Bällen unglücklich getroffen. Vor zwei Jahren etwa traf ihn ein kapitaler Schuss so hart am Kopf, dass sich Hübner eine Gehirnerschütterung zuzog und monatelang mit Schwindel und Gleichgewichtsstörungen zu kämpfen hatte. Auch in der Vorsaison verzögerte eine ähnliche Aktion seinen persönlichen Saisonstart. Damals traf ihn ein knallharter Schuss im Nackenbereich, Hübner konnte den Kopf kaum mehr drehen und erst am 4. Spieltag einsteigen.

Diesmal scheint es noch länger zu dauern. Bedenkt man, dass im Grunde eine komplette Vorbereitung auf den Hoffenheimer Führungsspieler wartet, könnte es knapp werden mit einem Comeback noch in diesem Kalenderjahr.

Michael Pfeifer

BVB will Rekord ausbauen - Schließt sich für S04 der Kreis?