DFB-Pokal

HSV-Trainer Walter: "Definitiv kein Elfmeter"

Diskussionen um das Foul vor dem 3:0

HSV-Trainer Walter: "Definitiv kein Elfmeter"

Not amused: Tim Walter war nicht immer mit Schiedsrichter Deniz Aytekin einer Meinung.

Not amused: Tim Walter war nicht immer mit Schiedsrichter Deniz Aytekin einer Meinung. IMAGO/Michael Schwarz

Es lief die 32. Spielminute, als sich Nico Schlotterbeck nach Ballgewinn ins Offensivspiel der Breisgauer einschaltete. Im Strafraum angekommen schien es so, als hätte sich der Innenverteidiger vertreten, denn er ging plötzlich zu Boden, blieb liegen und bat aufgeregt mit der Hand um Behandlung.

Sein Trainer Christian Streich gestikulierte an der Seitenlinie wild, denn der HSV spielte den Ball nicht ins Aus, sondern zog einen Gegenangriff auf, bis schließlich die Kugel über die Linie rollte. Schiedsrichter Deniz Aytekin unterbrach das Spiel - und wurde plötzlich vom VAR Benjamin Brand an den Bildschirm gerufen. Was war passiert? Schlotterbeck war im Strafraum ausgerutscht und damit in die Schussbahn von Moritz Heyer geraten, der die Kugel gerade klären wollte. Der Hamburger traf anstelle des Balles den Hinterkopf von Schlotterbeck, weshalb Aytekin nach Ansicht der Bilder zu Recht auf Strafstoß entschied.

"Weiß nicht, warum sich der VAR überhaupt einmischt"

Während Schlotterbeck die Entscheidung "unstrittig" nannte, waren Spieler und Trainer der Gastgeber anderer Meinung. "Er rutscht aus, ich laufe hinten rein und treffe ihn. Ich weiß nicht, ob man dafür Elfmeter geben muss", drückte sich der "Übeltäter" Heyer nach dem Spiel bei der ARD noch diplomatisch aus. Deutlicher wurde anschließend sein sichtlich angefressener Trainer.

"Klar trifft er ihn. Aber er (Schiedsrichter Aytekin, Anm. d. Red.) entscheidet schon während des Spiels, dass es weitergeht. Ich weiß nicht, warum sich der VAR dann überhaupt einmischt. Er trifft ihn ganz leicht, das ist für mich definitiv kein Elfmeter", bezog Tim Walter bei Sky klar Stellung. Das teilte der 46-Jährige Aytekin auch nach Abpfiff lang und ausführlich mit.

Der Elfmeter besiegelte das Halbfinal-Aus des HSV früh, denn nach 35 Minuten lagen die Hausherren vor 57.000 Zuschauern im Volksparkstadion bereits mit 0:3 zurück und sollten sich davon nicht mehr erholen.

"Wissen, mit Nackenschlägen umzugehen"

Somit verpassen die Hamburger die große Chance, mit einer dicken Überraschung im Pokal eine Saison, die enttäuschend zu werden droht, doch noch zu retten. Denn in der Liga haben die ambitionierten Rothosen auf Rang sechs bereits fünf Punkte Rückstand auf den Relegationsrang und drohen, den Aufstieg zum vierten Mal in Folge zu verpassen. Doch das Aus könnte auch eine Chance sein: Die Hamburger können sich jetzt vollends auf den Schlussspurt in der 2. Bundesliga fokussieren und die Hoffnung dort am Leben halten. "Wir wissen, mit Nackenschlägen umzugehen, wir sind auf einem guten Weg", gab sich Walter schon wieder optimistisch für Samstag. Dann reist der HSV nach Regensburg (13.30 Uhr).

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Bilder zur Partie Hamburger SV - SC Freiburg