2. Bundesliga

HSV-Start mit einem "anderen" Walter

Vertrag mit Narey aufgelöst

HSV-Start mit einem "anderen" Walter

Tim Walter gibt beim HSV die Richtung vor.

Tim Walter gibt beim HSV die Richtung vor. imago images

Nach drei Jahren voller Turbulenzen und Enttäuschungen am Ende lässt sich Sportvorstand Jonas Boldt deshalb abermals keine klare Zielsetzung entlocken, orientiert sich aber an seinem wichtigsten Neuling, Tim Walter. "Ich halte es da wie unser Trainer bei seiner Vorstellung - wir haben definitiv kein Interesse, nochmal Vierter zu werden."

HSV löst Vertrag mit Narey auf

Zum Einstand von Walter bei 36 Grad im Volkspark fehlten mit Jan Gyamerah, David Kinsombi und Khaled Narey drei Profis, denen die Verantwortlichen während der Pause einen Wechsel nahegelegt hatten, doch nur Narey war aus diesem Anlass nicht dabei. "Khaled ist in Gesprächen mit anderen Vereinen", erklärt Boldt. Am Abend gab der HSV die Vertragsauflösung mit dem 26-Jährigen bekannt, der 77-mal (elf Tore) für die Rothosen nach seinem Wechsel von der SpVgg Greuther Fürth im Sommer 2018 in der 2. Bundesliga aufgelaufen war.

Gyamerah hingegen arbeitete separiert wegen leichter Probleme und soll zeitnah einsteigen. Kinsombi könnte noch länger fehlen. Dem Mittelfeldmann wurde die nach seinem Schienbeinbruch im Januar 2019 eingesetzte Platte entfernt, sein Wiedereinstieg ist laut Walter "schwer vorherzusagen. Es kann noch dauern."

Dass sowohl sein früherer Kieler Kapitän als auch Gyamerah ebenso wie Jeremy Dudziak wieder eingegliedert würden, wenn sich kein Wechsel vollziehen lässt, hat der neue Chef angedeutet: "Ich bin ganz klar mit den Jungs."

Außerdem nicht mit an Bord war zum Start Toni Leistner, der während des Urlaubs an Corona erkrankt war.

Wenn man immer nach hinten guckt, wird man langsamer.

Tim Walter

Bloß nicht wieder Vierter - dieses schon während seiner Antritts-Pressekonferenz verkündete Motto konkretisierte Walter am Donnerstag nach der ersten schweißtreibenden Einheit. "Mein Eindruck ist, dass in Hamburg in der Vergangenheit immer sehr nach hinten gedacht worden ist." Der 45-Jährige wählt deshalb den Vergleich mit einem Wettlauf: "Wenn man immer nach hinten guckt, wird man langsamer und verliert sein Ziel aus den Augen."

Ein durchaus passendes Bild für den HSV in den zurückliegenden Jahren. Markige Worte aber gibt es vom neuen Mann nicht. Oder besser nicht mehr. "Ich hatte Zeit zu reflektieren und nachzudenken, habe mich in allen Bereichen hinterfragt." Ist er damit ein besserer Trainer? Er sagt: "Ein anderer." Das bedeutet freilich nicht, dass er Grundsätze über Bord wirft. Und genau das will sein neuer Boss auch nicht. "Ich erwarte mir vom Trainer, dass er genau das einbringt, was ihn stark macht: das ist vor allem Mut. Und den brauchen wir auch als gesamter Verein."

Sebastian Wolff

Diese Zweitliga-Sommerneuzugänge stehen bislang fest