2. Bundesliga

HSV: Glatzels Verlängerung als Signal

Der Torjäger zieht die Ausstiegsklausel erneut nicht und unterschreibt bis 2027

HSV: Glatzels Verlängerung als Signal

Top-Torjäger Robert Glatzel jubelt weiter im HSV-Dress.

Top-Torjäger Robert Glatzel jubelt weiter im HSV-Dress. IMAGO/Zink

Das "Hamburger Abendblatt" hatte am Montagvormittag zuerst von dem Deal berichtet, der einer Doublette des Vorjahres gleicht. Nach dem verpassten Bundesliga-Aufstieg 2022 hatte eine Klausel im Glatzel-Vertrag dem Torjäger ermöglicht, für nur eine Million Euro vorzeitig Richtung Bundesliga aussteigen zu können. Boldt hatte dem Mittelstürmer diesen Passus seinerzeit abgekauft und dessen Gehalt aufgestockt, musste gleichzeitig aber eine erneute Ausstiegsmöglichkeit einbauen. Diese hätte es Glatzel nun bis zum kommenden Donnerstag ermöglicht, ins Oberhaus zu wechseln. Wie vor zwölf Monaten gab es Interessenten, wie damals dominierte in ihm die Verbundenheit zu Hamburg. Vor einem Jahr hatte der gebürtige Münchener erklärt: "Ich will mit diesem geilen Verein in die Bundesliga anstatt den Sprung allein zu machen."

Der Kampf im Inneren, Wechsel ins Oberhaus mit 29 Jahren oder ein weiterer Versuch mit dem HSV, tobte seit dem 1:3 am vergangenen Montag im Relegations-Rückspiel gegen den VfB Stuttgart erneut in ihm. Dass der Top-Verdiener nun nochmals einen Gehaltssprung macht, erleichtert ihm das "ja", gewöhnlich ist es dennoch nicht. Mit 41 Zweitligatoren und insgesamt 46 Pflichtspieltreffern in zwei Jahren an der Elbe hat sich Glatzel in den Fokus einiger Bundesligisten geschossen, der festgeschriebene Preis von 1,5 Millionen Euro hat ihn zudem zum Schnäppchen gemacht.

Eine entscheidende Rolle

Entscheidend für ihn aber ist auch die Rolle, die ihm zugedacht ist. Und die ist in Hamburg eine Entscheidende. Im 4-3-3-System von Tim Walter ist das Spiel auf ihn zugeschnitten, der Coach hat sich mit seinem Angreifer auch dahingehend arrangiert, wie er sein Spiel interpretiert - eben nicht als reiner Strafraumspieler. "Bobby", hat Walter erst kürzlich gelobt, "hat sein Spiel weiterentwickelt."

Von Glatzels Weiterentwicklung wird der HSV nun weiter profitieren. Und von dem Bekenntnis des früheren Heidenheimers könnte auch eine Signalwirkung ausgehen. Auch Ludovit Reis hat eine Ausstiegsklausel, allerdings für 7,5 Millionen Euro, wie der Mittelfeldmann hat auch Keeper Daniel Heuer Fernandes Begehrlichkeiten geweckt. Dass mit Glatzel nun die Königspersonalie entschieden ist, bedeutet, dass im Sommer kein großartiger Umbruch ansteht. Und könnte erheblichen Einfluss auf die Zukunftsentscheidungen der anderen Eckpfeiler sein. "Wir brauchen ein Commitment", hatte Boldt vergangene Woche erklärt. Nun hat er das erste und bedeutendste.

Sebastian Wolff