2. Bundesliga

HSV-Coach Walter mit viel Vorfreude - und Kittel?

Der Techniker ist nach Haarriss zurück im Training

HSV-Coach Walter mit viel Vorfreude - und Kittel?

Im Gespräch vertieft: Tim Walter und Sonny Kittel

Im Gespräch vertieft: Tim Walter und Sonny Kittel imago images/kolbert-press

"Die Jungs sollen losgelöst vom Druck, der in Hamburg schnell entsteht, spielen, sie sollen mutig sein und voller Freude. So, wie sie es einst als Kinder getan haben." Dass der Auftrag beim FC Schalke kein Kinderspiel wird, ist dem neuen Coach dennoch bewusst. "Vom Papier her sind sie und Werder ganz klar die Favoriten in dieser Liga."

Viele Fragezeichen vor dem Auftakt - Kittel überraschend im Training dabei

Für Walter und den HSV wird die Reise nach Gelsenkirchen von Fragezeichen begleitet. Sturm-Alternative Robin Meißner, die Entdeckung unter Horst Hrubesch, ist Dienstag im Rasen hängen geblieben und wird weiter untersucht. Sein Einsatz ist ebenso ausgeschlossen wie ein Mitwirken von Anssi Suhonen (Oberschenkelzerrung) und Jeremy Dudziak, der kommende Woche voll ins Training einsteigen wird.

Dass stattdessen hinter dem Mitwirken von Sonny Kittel ein Fragezeichen zu setzen ist, bedeutet einen Fortschritt. Der Techniker galt nach Haarriss am Wadenbein als sicherer Ausfall-Kandidat, absolvierte aber am Mittwoch überraschend das komplette Mannschaftstraining. Nach der während des Trainingslagers in Grassau erlittenen Verletzung hatte Kittel selbst intern Schalke als Ziel genannt, während die HSV-Mediziner dieses als wenig realistisch bezeichnet hatten.

Nun setzte er auf dem Trainingsplatz auf Anhieb Akzente und Walter sagt: "Ich bin froh, dass er wieder auf dem Platz ist. Seine Art und seine Kreativität tun uns gut." Schon zum Liga-Auftakt? "Sonny fehlen drei Wochen", bremst der Coach, "er hat natürlich einen Rückstand." Ein Kandidat für den Kader könnte er dennoch werden, wenn auch der Donnerstag positiv verläuft.

Sonny fehlen drei Wochen, er hat natürlich einen Rückstand.

Tim Walter

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Eigengewächs David eine Stammkraft

Losgelöst von den offenen Personalfragen sollen die eigenen Merkmale des Walter-Fußballs im Mittelpunkt stehen: Mut und Intensität. "Wir wollen versuchen, noch intensiver zu spielen, noch mehr zu investieren, noch mutiger zu sein", erklärt der 45-Jährige und wähnt seine Mannschaft grundsätzlich auf dem richtigen Weg. Dass sich mit Jonas David ein Eigengewächs als Stammkraft herauskristallisiert, ist ebenso beispielhaft für Walters Mut und Wille, Veränderungen herbeizuführen. "Es geht bei mir nicht um Erbhöfe oder darum, wie einer heißt, sondern allein darum, was ich sehe. Und das gefällt mir bei Jonas sehr gut."

Es geht bei mir nicht um Erbhöfe oder darum, wie einer heißt, sondern allein darum, was ich sehe. Und das gefällt mir bei Jonas sehr gut.

Tim Walter

Für den Start festgelegt hat sich der Coach auch auf der Torwart-Position: "Daniel Heuer Fernandes ist unsere Nummer eins, aber unsere Torhüter wissen auch, dass wir allein aufgrund der Quantität noch was machen werden." Sollte der neue Keeper der umworbene dänische U 21-Nationalkeeper Oliver Christensen (22) werden, wäre Heuer Fernandes seinen Status wohl los. Im Raum steht eine Ablösesumme für 2,5 Millionen Euro an Odense BK – eine Summe, mit der Christensen beinahe zwangsläufig nicht als Herausforderer käme. 

Sebastian Wolff

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