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Hrubesch wegen Olympia: "Ich bin auch Egoist"

Bundestrainer wird bei Lattwein deutlich

Hrubesch wegen Olympia: "Ich bin auch Egoist"

Horst Hrubesch hat die Sommerspiele 2016 noch in guter Erinnerung.

Horst Hrubesch hat die Sommerspiele 2016 noch in guter Erinnerung. imago/Rene Schulz

Horst Hrubesch ist entspannt, von Nervosität keine Spur. "Ich bin immer derjenige gewesen, der gesagt hat, welche Qualität diese Mannschaft hat", erzählt der Interims-Bundestrainer. Aber dem 72-Jährigen ist auch klar, "dass wir alles reinpacken müssen, um unser Ziel zu erreichen". Und das Ziel ist klar: die Qualifikation für die olympischen Spiele im Sommer in Paris. Die Chance ist doppelt groß, dieses Ziel auch zu erreichen. Am 23. Februar tritt die deutsche Nationalmannschaft zum Halbfinale der Nations League in Lyon gegen Frankreich an. Parallel dazu empfängt Spanien im zweiten Halbfinale die Niederlande.

Nations League

Zwei der vier Teams lösen das Olympia-Ticket, wobei Frankreich als Gastgeber schon qualifiziert ist, so dass bei einem Finaleinzug der Französinnen das Spiel um Platz 3 eine große Bedeutung gewinnt. "Wir gehen auf den Platz, um unsere Spiele zu spielen. Unsere Gegner sind Top-Mannschaften, aber wir haben die Möglichkeit, auch diese Spiele zu gewinnen", ist der Europameister von 2018 optimistisch.

Hrubesch über Lattwein: "Lena spielt im Moment nicht das, was sie spielen kann"

Zurück im DFB-Kader sind die zuletzt angeschlagenen Lena Oberdorf (VfL Wolfsburg) und Lea Schüller (Bayern München). Der Interims-Coach hat trotz der großen Bedeutung der Nations-League-Partien auf bewährte Kräfte verzichtet und stattdessen Neuling Vivien Endemann vom VfL Wolfsburg und Rückkehrerin Pia-Sophie Wolter von Eintracht Frankfurt nominiert.

"Beide haben sich empfohlen", meint Hrubsech, der dafür Lina Magull von Inter Mailand und Lena Lattwein vom VfL Wolfsburg nur auf Abruf nominiert hat. "Lina Magull hat wenig gespielt im letzten halben Jahr und ist jetzt gewechselt. Sie ist eine Spielerin, auf die man von Beginn an setzen muss, deswegen habe ich mich dagegen entschieden." Bei Lattwein wird der Bundestrainer deutlicher: "Lena spielt im Moment nicht das, was sie spielen kann. Bei dem Angebot, das ich habe, habe ich mich diesmal gegen sie entschieden. Ich habe ihr das auch so gesagt, ich spiele da immer mit offenen Karten."

Hrubesch ordnet dem großen Ziel alles unter. "Mir geht es in erster Linie um die Mädels", sagt er, verschweigt aber auch nicht, wie groß sein Wille ist, sich für Paris zu qualifizieren. "Ich bin auch Egoist. Natürlich würde ich Olympia gerne nochmal erleben", erklärt er. 2016 fungierte Hrubesch als Trainer des deutschen Männer-Olympiateams, mit dem er in Brasilien die Silbermedaille gewann. Die deutsche Frauen-Mannschaft gewann damals im Maracana-Stadion mit Trainerin Silvia Neid die Goldmedaille.

Sollte die Qualifikation nicht gelingen, ist für Hrubesch klar, "dass ich nicht weitermache. Es muss ein Umbruch kommen, um den Weg kontinuierlich fortzuführen. Ich würde natürlich für eine Übergangszeit bereitstehen, aber das wird vom DFB entschieden." Noch läuft die Suche nach einem Hrubesch-Nachfolger.

Gunnar Meggers

UEFA Women’s Nations League: Wales - Deutschland; 05.12.2023 Horst Hrubesch (Deutschland, Interims - Trainer) UEFA Women’s Nations League, Wales - Deutschland, Swansea, Swansea Stadium am 05.12.2023 *** UEFA Womens Nations League Wales Germany 05 12 2023 Horst Hrubesch Germany, Interim Coach UEFA Womens Nations League, Wales Germany, Swansea, Swansea Stadium on 05 12 2023 Copyright: xBEAUTIFULxSPORTS Wunderlx

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