2. Bundesliga

Hrgota und Leitl sauer: "Haben zwei Punkte liegenlassen"

Kleiner Rückschlag für Fürth im Aufstiegsrennen

Hrgota und Leitl sauer: "Haben zwei Punkte liegenlassen"

Frust pur: Fürths Kapitän Branimir Hrgota (li.) und Trainer Stefan Leitl trauen zwei verlorenen Punkten hinterher.

Frust pur: Fürths Kapitän Branimir Hrgota (li.) und Trainer Stefan Leitl trauen zwei verlorenen Punkten hinterher. imago images

Bei Fürth war der Ärger über das 2:2 gegen Karlsruhe groß. Über weite Strecken hatte das Kleeblatt Einbahnstraßenfußball auf den Rasen gelegt und den KSC regelrecht eingeschnürt. Dabei spielte die Spielvereinigung fast 200 Pässe mehr (521:340), hatte mehr Ballbesitz (61 Prozent), gewann mehr Zweikämpfe (55 Prozent) und entwickelte dadurch deutlich mehr Torgefahr (16:7 Torschüsse).

"Es war schon so, dass wir sehr dominant und ballsicher waren und gute Möglichkeiten hatten. Wir sehr viele klare Torchancen kreiert, aber am Ende des Tages sollte es nicht mehr sein, dass wir das Spiel drehen", analysierte Fürths Trainer Stefan Leitl. "In meinem Empfinden ist es heute so, dass wir zwei Punkte verloren haben."

Karlsruher SC - Vereinsdaten
Karlsruher SC

Gründungsdatum

06.06.1894

Vereinsfarben

Blau-Weiß

SpVgg Greuther Fürth - Vereinsdaten
SpVgg Greuther Fürth

Gründungsdatum

23.09.1903

Vereinsfarben

Weiß-Grün

Trainersteckbrief Leitl
Leitl

Leitl Stefan

Spielersteckbrief P. Hofmann
P. Hofmann

Hofmann Philipp

Spielersteckbrief Nielsen
Nielsen

Nielsen Havard

Spielersteckbrief Hrgota
Hrgota

Hrgota Branimir

Spielersteckbrief Gersbeck
Gersbeck

Gersbeck Marius

2. Bundesliga - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
VfL Bochum VfL Bochum
63
2
Holstein Kiel Holstein Kiel
62
3
SpVgg Greuther Fürth SpVgg Greuther Fürth
58
Karlsruher SC - Die letzten Spiele
1. FC Heidenheim Heidenheim (A)
1
:
2
Holstein Kiel Kiel (H)
3
:
2
SpVgg Greuther Fürth - Die letzten Spiele
Fortuna Düsseldorf Düsseldorf (H)
3
:
2
SC Paderborn 07 Paderborn (A)
2
:
4
2. Bundesliga - 32. Spieltag

Fürth-Schreck Hofmann und ein glänzender Gersbeck

Philipp Hofmann

Fürth-Schreck: Karlsruhes Sturmtank Philipp Hofmann traf in den letzten vier Spielen gegen das Kleeblatt. imago images

Dass die Weiß-Grünen ungeheuerlichen Aufwand für am Ende nur einen Punkt betrieben mussten, lag vor allem an der Effektivität der Karlsruher. "Der erste Torschuss vom KSC war drin. Der zweite Schuss aufs Tor war dann auch drin. Es ist ärgerlich, dass der Gegner mit wenig Aufwand zu Toren kommt", sagte Leitl und meinte damit das 0:1 von Philipp Hofmann, er eine Flanke ins Tor köpfte (4.) sowie das 1:2 durch Marco Thiede, der im Strafraum frei zum Schuss kam und auch noch von einem Fehlgriff von Torwart Sascha Burchert profitierte (36.). Hofmann ist ohnehin der Kleeblatt-Schreck und traf in jeder der letzten vier Begegnungen mit seinem Ex-Verein.

"Wir können nicht permanent Rückstände drehen und noch drei Punkte holen", ärgerte sich Leitl, dessen Mannschaft trotzdem Moral zeigte. Erst Havard Nielsen nach einer Ecke (26.) und später Branimir Hrgota per Foulelfmeter (70.) sorgten für den zweimaligen Ausgleich. "Leider haben wir selbst nur zwei Tore geschossen. Ich finde, dass wir hier zwei Punkte haben liegenlassen", haderte auch Hrgota mit dem Unentschieden. Immerhin hatte die Spielvereinigung reihenweise Hochkaräter: Hrgota (18., 75.), Julian Green (32.) und Nielsen (49.) rangen einem glänzend aufgelegten KSC-Keeper Markus Gersbeck Glanzparaden ab. Zudem zielten Hrgota (52.) und Joker Dickson Abiama (81.) aus exzellenten Positionen haarscharf vorbei.

Handelfmeter nach Videobeweis zurückgenommen

Spielbericht

Für Verwunderung sorgte zudem eine Szene in der 72. Minute. Gerade hatten die Franken zum 2:2 ausgeglichen, da zog Hrogta von der Strafraumgrenze ab. Karlsruhes Verteidiger Christoph Kobald drehte sich mit den Armen vor dem Körper in den Schuss und bekam diesen an den Ellenbogen. Schiedsrichter Robert Schröder entschied sofort auf Handelfmeter. Völlig unerklärlich dann allerdings, dass Schröder diese Entscheidung nach Einsicht der Videobilder revidierte und den Strafstoß zurücknahm. Schon in der Vorwoche war das Kleeblatt von einer dubiosen VAR-Entscheidung betroffen. "Die Elfmetersituation war für mich nicht spielentscheidend", sagte Leitl und verwies stattdessen auf die eigenen Chancen: "Wir müssen uns an die eigene Nase fassen, dass wir heute nicht drei Punkte geholt haben."

Wir müssen uns an die eigene Nase fassen.

Stefan Leitl

Einmal mehr glänzte Fürth mit einem spielstarken Auftritt, ansehnlichen Kurzpasskombinationen und teils technisch anspruchsvollen Kunststücken. Wohlgemerkt gegen einen Gegner, der Zeit und Raum durch hohes, aber kompaktes Verteidigen und energischer Zweikampfführung raubte. Die Spielvereinigung bleibt ein heißer Aufstiegskandidat - trotz der verlorenen Punkte gegen den KSC. "Ich sage die letzten Wochen schon das gleiche", so Leitl: "Die Mannschaften oben werden noch enger zusammenrücken, es wird spannend bis ganz zum Schluss."

cru