Bundesliga

Hradecky legt den Finger in die Wunde: "Es ist viel zu tun"

Leverkusens neuer Kapitän sieht noch Nachholbedarf

Hradecky legt den Finger in die Wunde: "Hier ist viel zu tun"

Er legte den Finger in die Wunde: Bayer-Kapitän Lukas Hradecky.

Er legte den Finger in die Wunde: Bayer-Kapitän Lukas Hradecky. imago images

Dafür hätte Lukas Hradecky sein neues Amt nicht benötigt. Schließlich spricht der finnische Nationaltorhüter auch nach schlechten Spielen im Regelfall Klartext. Und so war es auch nach der äußerst mäßigen Generalprobe von Bayer gegen RWO (3:1).

Ich weiß nicht, ob wir hier jemals eine gute Vorbereitung gespielt haben.

Lukas Hradecky

Nach dem 1:5 gegen den FC Utrecht beendete die Werkself ihre Testphase fast schon gewohnt unterdurchschnittlich. "Ich weiß nicht, ob wir hier jemals eine gute Vorbereitung gespielt haben", erklärte der seit 2018 für Bayer spielende Hradecky, der seinem Naturell entsprechend einen optimistischen Ansatz wählte: "Es zeigt sich auch die Qualität, dass man da ist, wenn die Pflichtspiele beginnen. Man sieht: Es ist alles nicht perfekt. Jeder muss sich hineinarbeiten, damit es besser wird."

Bis Bayer alte Fehler abgestellt und die neue Spielweise des aus Bern gekommenen Trainers Gerardo Seoane verinnerlicht hat, wird noch reichlich Zeit vergehen. Das ist für den Finnen klar. "Die Abstimmung fehlt noch. Die Nationalspieler sind noch nicht alle da, die Transferperiode ist sowieso ein bisschen unruhig. Erst wenn die Mannschaft komplett ist, fängt der Prozess richtig an."

Hradecky fordert "passendes Fundament"

Dafür sieht er noch nicht alle Voraussetzungen gegeben. Also fordert er: "Das Fundament muss passen. Qualität haben wir, aber was der Trainer bringt, ist Autorität und Disziplin, die brauchen wir auch auf dem Platz."

Dafür benötigt Bayer auch Führungsspieler, die nach dem Karriereende der Bender-Zwillinge weniger geworden sind. Aus Hradeckys Sicht kein Problem. "Wir haben noch Julian Baumgartlinger, Charles Aranguiz und Jonathan Tah - in meinen Augen sind es genug Leader-Figuren. Aber von denen muss mehr kommen - von mir natürlich auch."

Das ist etwas ganz Großes.

Lukas Hradecky

Die dauerhafte Rolle als Kapitän ist für den 31-Jährigen neu und erfüllt ihn mit Stolz. "Es ist eine ganz, ganz große Ehre bei so einem Verein Kapitän zu sein. Das ist etwas ganz Großes", sagt Hradecky, der von einer "verantwortungsvollen Aufgabe" spricht. Denn: "Hier ist viel zu tun. Unser Spiel ist überhaupt noch nicht fertig. Wir brauchen hier jeden mit seiner besten Qualität."

Dafür, wie er seine neue Rolle ausfüllt, möchte er noch zwei frühere Leitfiguren von Bayer befragen. "Ich muss mir noch ein paar Tipps bei Lars Bender holen und bei Sven, wie man das eigentlich macht", sagt er mit einem Augenzwinkern, "das ist eine neue Sache für mich."

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Stephan von Nocks

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