Bundesliga

Horn: Endlich wichtig

Wolfsburgs Eigengewächs hat Spaß unter Trainer Jonker

Horn: Endlich wichtig

Wird beim VfL Wolfsburg immer wichtiger: Jannes Horn.

Wird beim VfL Wolfsburg immer wichtiger: Jannes Horn. imago

Sieben Spiele sind es bislang. Viermal Startelf, dreimal eingewechselt, einmal ausgewechselt. Für sein erstes Profijahr findet Jannes Horn diese Bilanz in Ordnung. "Ich gucke weniger auf mich, wichtig ist der Mannschaftserfolg. Ich habe Geduld, ich bin noch jung und nehme alles mit. Ich denke und hoffe, dass ich auf einem guten Weg bin." Gleichwohl will Horn wie jeder andere auch am liebsten immer spielen, sich festbeißen in der Startelf. "Das ist mein Ziel."

Dem er langsam aber sicher immer näher kommt. In den vergangenen drei Partien kam Horn zum Einsatz, zweimal stand er in der Startelf, vor allem beim 1:2 gegen Bremen wusste der gelernte Außenverteidiger mit seinen offensiven Flankenläufen zu gefallen. Das war das letzte Spiel unter Valerien Ismael, seit einer Woche hat der neue Trainer Andries Jonker das Sagen. Ein Coach, dem der Ruf vorauseilt, dass er sehr gerne mit jungen Spielern arbeitet. "Das soll so sein", sagt Horn, "und das merke ich auch." Die ersten Eindrücke vom Niederländer sind durchweg positiv. "Es macht Spaß, man kann viel von ihm lernen. Er achtet schon beim Passspiel auf Feinheiten." Lachend fügt er hinzu: "Auch wenn es für uns manchmal nervig ist."

Nervig ist für den VfL in erster Linie jedoch die sportliche Situation. Wolfsburg rangiert punktgleich mit dem HSV auf Rang 15, der Relegationsplatz droht. Horn verspürt den Druck des Abstiegskampfs, aber auch die neue Hoffnung, die von Jonker ausgeht. "Wir haben alle beim Trainer ein gutes Gefühl. Ich denke, wir kommen da unten raus."

Horn beschäftigt sich derzeit nicht mit einem Wechsel

Dass Horn dabei in den nächsten Wochen eine entscheidende Rolle spielen kann, ist in dieser Woche wahrscheinlicher geworden. Durch den Ausfall von Jeffrey Bruma (rund vier Wochen Pause aufgrund einer Bänderzerrung) muss Jonker seine Abwehr umstellen. Die voraussichtliche Lösung: Robin Knoche spielt den rechten Innenverteidiger, Ricardo Rodriguez rückt wieder nach innen. Links müsste sich Jonker dann zwischen Horn und Yannick Gerhardt entscheiden Horn ist bereit: "Ich spiele lieber links, Innenverteidiger ist aber auch in Ordnung."

Spielt Horn sich beim VfL nun fest, könnten andere Klubs ihre Hoffnungen auf ein Leihgeschäft des U20-Nationalspielers begraben. Andere Vereine sind längst aufmerksam geworden auf den Linksfuß mit Vertrag bis 2020, ein Wechsel kommt Horn derzeit jedoch nicht in den Sinn. "Damit beschäftigte ich mich gar nicht." Schließlich merkt auch er, dass er beim VfL endlich wichtig wird.

Thomas Hiete