Bundesliga

1. FC Köln: Bei Jannes Horn stehen die Zeichen auf Hoffnung

Köln: Linksverteidiger arbeitet wieder mit der Mannschaft

Horn: Die Zeichen stehen auf Hoffnung

Hat eine Hüftoperation hinter sich: Jannes Horn

Hat eine Hüftoperation hinter sich: Jannes Horn imago images/Eduard Bopp

Es ist für jeden Langzeitverletzten mehr als ein Trost, wenn das Licht am Ende des Tunnels aufleuchtet und die Signale auf Hoffnung stehen. Jannes Horn, seit dem Sommer außen vor, ist so weit, wieder Pläne schmieden zu können. Eine Hüftoperation zwang ihn in den Krankenstand, zunächst wollte man eine konservative Behandlung - "als diese nicht angeschlagen hat, musste ich dann in den sauren Apfel beißen und mich operieren lassen", so der Linksverteidiger.

Es folgten Wochen und Monate der Reha, des ungeliebten Aufbautrainings mit Kraft-, Stabilisations- und Koordinationsübungen. Wie ein Fisch auf dem Trockenen fühlt sich da ein Sportler und sehnt den Augenblick herbei, in dem er wieder am Kerngeschäft arbeiten kann. Für Horn ist dieser Moment da. Er ist auf dem Platz, arbeitet mit dem Team, wenn auch noch mit gebremsten Schaum. Die nötige Fitness fehlt, "das habe ich in den Teilen, die ich mit der Mannschaft bereits absolvieren konnte, deutlich gemerkt."

Nächste Woche winkt das gesamte Mannschaftstraining

Auch die aktuelle Phase fordert Geduld. Und die kann wehtun, ist allerdings meist weniger schmerzhaft als Ungeduld. Horn weiß das: "In dieser Woche wird es darum gehen, dass ich langsam wieder reinkomme. Ich werde nicht jede Übung mitmachen, sondern punktuell an den Trainingseinheiten teilnehmen. Ich gehe meine Rückkehr Schritt für Schritt an und davon aus, dass ich in der nächsten Woche wieder das gesamte Mannschaftstraining mitmachen kann."

Spätestens dann darf er sich die Träume vom Comeback erlauben. Sein Ziel formuliert er deutlich: "Als Fußballer will man immer auf dem Platz stehen." Aber als einer, der gerade aus einer langen Verletzungspause kommt, wird man eben zunächst langsam herangeführt. "Mir ist es wichtig, meine Minuten zu sammeln", sagt Horn, der betont, dass "die Linksverteidigerposition meine Lieblingsposition ist." Dass dort seit Saisonbeginn Jonas Hector stabil spielt, ist ihm auch nicht entgangen. Aber: "Er kann ja theoretisch auch im Mittelfeld eingesetzt werden. Das entscheidet der Trainer."

Baumgarts Stil kommt Horn entgegen

Horn drängt zurück in die Aktivität, die Verantwortlichen werden sicherlich rechtzeitig die Bremse reinhauen. Belastungssteuerung ist das Zauberwort für einen, der monatelang keinen Wettkampf betreiben konnte. Dass er grundsätzlich in das System von Steffen Baumgart passt, davon ist Horn überzeugt: "Ich glaube schon, dass die taktische Ausrichtung meinen Stärken entgegenkommt. Ich schlage gute Flanken und mache viele Linienläufe. Wir stehen als Außenverteidiger sehr hoch, was mir sehr gut gefällt. In der vergangenen Saison sind wir nicht so oft in solche Situationen gekommen, weil wir meistens tiefer gestanden haben. Mittlerweile haben wir andere Möglichkeiten. Wir kommen viel häufiger über die Außenbahnen. Wir sind die Mannschaft mit den meisten Flanken. Das kommt mir sehr entgegen."

Die nächsten Einheiten werden Aufschluss darüber geben, wann Jannes Horn wieder eingreifen kann. Dass er grundsätzlich gebraucht wird, steht außer Frage. Und wurde im Spiel gegen Hoffenheim, als Jonas Hector kurzfristig passen musste, besonders deutlich. In Ermangelung einer Alternative (und der anhaltenden Formschwäche von Top-Talent Noah Katterbach) hinten links, kam Kingsley Ehizibue - eigentlich Rechtsverteidiger - dort zum Einsatz. Eine Notlösung. Mehr nicht. Und damit irgendwie ein Zeichen der Hoffnung für Jannes Horn.

Frank Lußem

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