Bundesliga

Holtmanns Turbo zündet beim VfL Bochum zu selten

Bochums Flügelsprinter soll intensiver an sich arbeiten

Holtmanns Turbo zündet zu selten

Bochums Trainer Thomas Reis wünscht sich von Gerrit Holtmann Zusatzschichten.

Bochums Trainer Thomas Reis wünscht sich von Gerrit Holtmann Zusatzschichten. imago images/Jan Huebner

In Mainz schaffte er einst nicht den gewünschten Durchbruch. Umso bedeutender war daher Holtmanns großer Auftritt beim ersten Heimspiel des VfL Bochum in der Bundesliga nach mehr als elfjähriger Pause.

Tor des Monats

Der Flügelstürmer, in der vorigen Saison in der 2. Liga als schnellster Spieler mit 36,43 km/h gemessen, war bei jener bemerkenswerten Szene im August nicht mal mit dem Lasso einzufangen. Die halbe Mainzer Hintermannschaft trickste Holtmann beim Bochumer 2:0-Sieg aus, tunnelte schließlich noch Keeper Robin Zentner und schoss einen ganz außergewöhnlichen Treffer, der in der ARD zum Tor des Monats August gewählt wurde.

Wer dieses grandiose Solo betrachtet, der muss sich aber auch fragen: Warum ist Holtmann ansonsten so selten zu sehen? Wie kann ein Spieler, gesegnet mit einem solchen Speed, nicht locker zweistellig treffen, auch in der Bundesliga?

Schwacher erster Kontakt des sensiblen Außenstürmers

Um der Wahrheit die Ehre zu geben: Wäre Holtmann zusätzlich zu seinen herausragenden Sprinterqualitäten auch noch ein überdurchschnittlicher Techniker, dann würde er wohl eher nicht beim VfL spielen. Häufig genug kritisiert Trainer Thomas Reis den schwachen ersten Kontakt des sensiblen Außenstürmers, seine Ballannahme ist sehr ausbaufähig, nach wie vor.

Da wurmt es Reis natürlich besonders, dass der 26-Jährige auch wegen eigener Nachlässigkeit zu wenig aus seinen durchaus vorhandenen Fähigkeiten macht. Der Trainer wünscht sich natürlich, dass der Profi mit individuellen Einheiten oder Zusatzschichten an seinen fußballerischen Schwächen arbeitet; da könnte deutlich mehr kommen.

Ausbaufähige Bilanz

Noch mal zur Verdeutlichung: Zwei Tore und fünf Assists stehen bisher in der Bundesliga-Saisonbilanz des Linksfüßers, der mal links, mal rechts offensiv zum Einsatz kommt. Äußerst sehenswert und sehr präzise war zuletzt auch seine Flanke beim Tor des Tages gegen den VfL Wolfsburg, als Milos Pantovic seine feine Hereingabe veredelte. Diese Bilanz ist zwar nicht grottenschlecht, aber eben ausbaufähig.

Gesetzt ist Holtmann ohnehin, was aber auch an der schwächelnden Konkurrenz liegt. Danny Blum bringt sicher mehr Qualität mit, ist aber sehr verletzungsanfällig. Christopher Antwi-Adjei hat noch nicht den Nachweis gebracht, dass er sich in der Bundesliga durchsetzen kann. Und auch Takuma Asano ist, nicht zuletzt wegen Verletzungen, bisher unter seinen Möglichkeiten geblieben.

Holtmann also dürfte, trotz aller Kritik seines Trainers, in Mainz wieder zur Startelf gehören. Verbunden mit der Hoffnung, dass er öfter mal so zündet wie im Hinspiel gegen die Nullfünfer.

Oliver Bitter

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