2. Bundesliga

Holland: "Wir brauchen sicher noch Punkte"

Darmstadts Kapitän lobt und mahnt

Holland: "Wir brauchen sicher noch Punkte"

"Wir wissen, dass wir jeden schlagen können": Lilien-Kapitän Fabian Holland.

"Wir wissen, dass wir jeden schlagen können": Lilien-Kapitän Fabian Holland. imago images

Noch vor Wochenfrist hatten der SV Darmstadt 98 sein Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf trotz spielerischer Dominanz und deutlich mehr Chancen 1:2 verloren. Gegen den Hamburger SV überließen die Lilien dem Gegner das Spiel weitgehend, konzentrierten sich aufs Verteidigen sowie ihr schnelles Umschaltspiel und gewannen mit dem gleichen Ergebnis.

Weniger Ballbesitz, weniger Chancen, aber mehr Erfolg

"Wir wissen, dass wir in dieser Saison einige Spiele verschenkt haben", konstatiert Mannschaftskapitän Fabian Holland. "Aber wir wissen auch, dass wir jeden schlagen können." Ein wenig wundert sich der 30 Jahre alte Linksverteidiger aber doch: "In den vergangenen Wochen war es schon auffällig, dass wir in den Spielen mit mehr Ballbesitz und mehr Torchancen nicht so erfolgreich waren wie in den Spielen, in denen wir weniger Torchancen hatten."

Dass seine Mannschaft etwas tiefer gestanden sei, habe es dem Hamburger SV sicher etwas schwerer gemacht. Trotzdem habe der Gegner gut gespielt: "Wie jedes Jahr musst Du in Hamburg Phasen durchmachen, in denen Du leidest, wo es nicht so super läuft und Du Dich auch mal anbrüllst." Letztlich habe die Effizienz vor dem Tor den Ausschlag gegeben, wobei man sogar noch ein paar Chancen habe liegen lassen.

"Das ist schon ein Büffel"

Endlich getroffen hat Erich Berko für Darmstadt. Der Offensivspieler, der im Sommer 2019 aus Dresden gekommen war, brachte die Lilien mit seinem ersten Pflichtspieltor für den Verein auf die Siegerstraße. "Bei Erich hat sich das angedeutet. Er spielt Woche für Woche sehr gut", lobt Holland. Im Training sei Berko oft sein Gegenspieler, was alles andere als angenehm sei. "Das ist schon ein Büffel, der unglaublich schwer zu verteidigen ist. Den kriegst Du nicht vom Ball getrennt, und im Zweikampf tut es oft auch mal weh. Schön, wenn man solche Spieler in den eigenen Reihen hat."

Der unerwartete Sieg beim Aufstiegsaspiranten in Hamburger verschafft den Lilien nun Luft auf die Abstiegsränge. Entwarnung ist für Holland aber noch nicht angesagt: "Wir brauchen sicher noch Punkte. Wer jetzt sagt, das ist gegessen, der hat sich getäuscht", mahnt er und verspricht: "Deswegen werden wir genauso weiterspielen wie gegen Hamburg."

Verletzte bereiten Sorgen

Der Sieg beim HSV hatte jedoch auch seinen Preis für die Lilien: Flügelspieler Tim Skarke musste mit Adduktorenbeschwerden vom Platz. Innenverteidiger Patric Pfeiffer bliebt zur Halbzeit mit Sprunggelenkproblemen in der Kabine. Am schlimmsten erwischte es wohl Torhüter Marcel Schuhen, der nicht nur zahlreiche Hamburger Angriffe abgewehrt, sondern auch die Umschaltsituationen vor beiden Darmstädter Treffern eingeleitet hatte. Er zog sich eine Verletzung am Unterschenkel zu, hielt unter Schmerzen durch und musste nach Abpfiff gestützt vom Platz geführt werden.

Die genauen Diagnosen standen am Wochenende noch nicht fest. Sollte Schuhen ausfallen, hätten die Darmstädter im Tor nur noch Carl Klaus zur Verfügung. Der zweite Ersatzkeeper Florian Stritzel laboriert derzeit an den Folgen eines Handbruchs. Klaus (27) hatte Schuhen im Erstrunden-Pokalspiel in Magdeburg vertreten. In der Liga kam der frühere Wolfsburger in eineinhalb Jahren gerade eine Minute zum Einsatz.

Stephan Köhnlein