Bundesliga

Hofmanns Spiel mit dem Druck: "Für Köln geht es um sehr viel"

Der Offensivmann sieht Köln unter Zugzwang

Hofmanns Spiel mit dem Druck: "Für Köln geht es um sehr viel"

Kennt sich mit rheinischen Derbys aus: Leverkusens Leverkusens Jonas Hofmann

Kennt sich mit rheinischen Derbys aus: Leverkusens Leverkusens Jonas Hofmann IMAGO/Uwe Kraft

Die Frage nach dem Druck wird in den nächsten Wochen gewiss noch oft gestellt werden. Egal, ob Bayer mal straucheln sollte oder nicht. Angesichts der acht Punkte Vorsprung auf den FC Bayern bleibt schließlich abzuwarten, ob sich die Mannschaft die Meisterschale denn nun auch wirklich greifen kann oder die große Chance doch verspielt.

Vor dem rheinischen Duell beim 1. FC Köln indes kam Leverkusens Offensivmann Jonas Hofmann ganz ungefragt auf die Drucksache zu sprechen - und machte deutlich, den Handlungszwang am kommenden Sonntag eher beim abstiegsgefährdeten Nachbarn zu sehen. "Für Köln", sagte er nach dem Dienstagstraining, "geht es um sehr, sehr viel. Für uns natürlich auch, aber ich denke, es ist schon klar, dass Köln Druck hat und wir mit unserer Spielkontrolle, unserer Ballsicherheit und unserem Selbstvertrauen wieder so agieren wollen wie in großen Teilen dieser Saison."

Bundesliga, 24. Spieltag

Gegen Mainz am vergangenen Freitag war das dem Tabellenführer zur Abwechslung nur bedingt gelungen - ihren typischen Ballbesitzfußball hatte die Werkself, abgesehen von einer guten, druckvollen Viertelstunde in der ersten Hälfte, nicht wirklich aufziehen können. Und am Ende dennoch mit 2:1 gesiegt.

"Keine Hektik aufkommen lassen"

Wer solche Partien gewinnt, hat das Zeug zum Meister, heißt es ja. Von derlei Gedankenspielen will sich Bayer aber bekanntlich möglichst weit fernhalten und einen kühlen Kopf bewahren, was gerade am Sonntag von gesteigerter Bedeutung werden dürfte. "In einem Derby", sagte Hofmann, "sind immer Brisanz, Emotionen und Adrenalin drin. Die, die lange dabei sind, wissen aber, worauf es ankommt. Es geht darum, dass man die Ruhe bewahrt, das Drumherum weitgehend ausblendet, sich auf sein Spiel, seinen Plan fokussiert, keine Hektik aufkommen lässt und im richtigen Moment zusticht."

Dem 31-Jährigen selbst fällt das aktuell deutlich schwerer als noch in der überragenden Hinserie. Amine Adli fügte sich nach seiner Rückkehr vom Afrika-Cup stark in die Mannschaft ein und nutzte seine Chance, während Hofmann zuletzt gleich mehrfach von der Bank startete und unlängst gegen Mainz nach 56 Minuten ausgewechselt wurde (kicker-Note 4,5). Darüber hinaus trafen in den vergangenen Wochen Bayer-Profis aus ganz verschiedenen Mannschaftsteilen - allein ein klassisches Mittelstürmer-Tor fehlt seit dem 20. Dezember und dem 4:0 gegen den VfL Bochum.

Fehlende Mittelstürmer-Tore kein Problem

Patrik Schick hatte seinerzeit gleich dreifach getroffen. Seither allerdings wartet der Tscheche, der zuvor monatelang verletzt ausgefallen war, ebenso auf ein Erfolgserlebnis wie Winter-Neuzugang Borja Iglesias - Top-Torjäger Victor Boniface arbeitet nach seiner Muskel-Sehnenverletzung im rechten Adduktorenbereich noch an seinem Comeback. "Natürlich", erläuterte Hofmann, "ist es für Stürmer oder Offensivspieler immer gut, wenn sie treffen. Nichtsdestotrotz geht es darum, dass man die Spiele gewinnt." Wenn Bayer also jedes Spiel gewönne, sagt er mit einem Lächeln im Gesicht, "und nur noch Verteidiger treffen, wäre mir das auch recht".

Locker bleiben - so lässt sich seine Botschaft wohl umschreiben. Es läuft ja auch herausragend. Seit historischen 33 (!) Pflichtspielen ist die Werkself mittlerweile ungeschlagen, sie siegt und siegt. Und beherrscht das Spiel mit dem Druck zumindest bislang außerordentlich gut.

Leon Elspaß

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