Bundesliga

Gladbach: Jonas Hofmann diskutiert und verschießt Elfmeter

Gladbachs Unglücksrabe wundert sich über Raunen von den Rängen

Hofmanns Fehlschuss nach Diskussion: "Wir waren sofort wieder herzlich"

Wer schießt? Jonas Hofmann (Mitte) zeigte klar an, dass Marcus Thuram ihm den Ball übergeben soll.

Wer schießt? Jonas Hofmann (Mitte) zeigte klar an, dass Marcus Thuram ihm den Ball übergeben soll. IMAGO/Moritz Müller

Borussia Mönchengladbach hat sich auch aus dem Spiel heraus die ein oder andere Torchance erspielt. Um am Freitagabend gegen Hertha BSC zum Torerfolg zu kommen, musste dennoch der Gegner mithelfen. Nach etwas mehr als einer halben Stunde hatte Maximilian Mittelstädt eine Flanke von Jonas Hofmann klar und deutlich mit dem Arm geblockt, den folgerichtigen Strafstoß verwandelte Alassane Plea sicher zum 1:0.

Mit der Führung im Rücken ließ es Gladbach in Durchgang zwei dann etwas ruhiger angehen, verlor dabei aber auch an Konzentration. "Unsauber" und "zu hektisch" sei man laut Yann Sommer nach Wiederanpfiff gewesen, was sich auch auf die Stimmung im Borussia-Park auswirkte. "Als es nicht mehr ganz so gut lief, ging auch das eine oder andere Raunen durchs Stadion, was mich etwas verwundert hat", sagte Hofmann am DAZN-Mikrofon über das Publikum im Borussia-Park.

Hofmann selbst hätte die Stimmung 20 Minuten vor Schluss deutlich entspannter machen können. Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck entschied nach VAR-Hinweis zum zweiten Mal auf Handelfmeter für Gladbach, diesmal, weil Filip Uremovic, der mit Gelb-Rot vom Platz gestellt wurde, unnötigerweise mit dem Arm voraus in eine Hereingabe ging. "Er hatte den Arm wie beim ersten Elfmeter weit oben", erkannte auch Hofmann.

Kein böses Blut bei der Borussia

Die größeren Diskussionen gab es eher um die Ausführung: Nachdem Jöllenbeck auf den Punkt gezeigt hatte, schnappte sich Marcus Thuram zunächst den Ball, musste diesen nach einer kurzen Diskussion mit Hofmann aber an den deutschen Nationalspieler abgeben. Auch Plea hatte berechtigterweise erneut Anspruch angemeldet, aber ebenso wie Ramy Bensebaini blitzte auch der Franzose bei Hofmann ab - der dann allerdings zu unplatziert schoss und an Hertha-Keeper Oliver Christensen scheiterte.

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"Ich habe ja schon öfter Elfmeter geschossen. Den ersten hatte sich Lasso (Plea, Anm. d. Red.) genommen. Ich hatte eigentlich ein gutes Gefühl", so Hofmann, der aber einsah, dass sein Strafstoß "nicht so super geschossen" war. Weil Gladbach die knappe Führung in Überzahl über die Zeit brachte, hatte der Fehlschuss jedoch keine Folgen, und auch seine Mitspieler schienen ihm diesen nicht weiter übel zu nehmen. Kurz nach dem vergebenen Elfmeter wurde Hofmann von Thuram umarmt und aufgebaut. "Die Mannschaft nimmt's mir nicht übel, wir waren sofort wieder herzlich."

Hofmann: "... dann können wir die Liga aufmischen"

Ein weiterer Beweis, dass die Stimmung bei der Borussia derzeit sehr gut ist. Sieben Punkte nach drei Spielen können sich sehen lassen, zudem wird die Spielphilosophie von Neu-Trainer Daniel Farke immer besser umgesetzt. "Wenn wir die wichtigen Details", also das Gegenpressing, das Positionsspiel und das Spiel in die Tiefe, "auf den Platz bringen, dann können wir die Liga aufmischen", glaubt Hofmann.

Auch Farke war mit dem Ergebnis "brutal zufrieden", wenngleich auch er sah, dass vor allem seine Offensivspieler technisch nicht den besten Tag hatten. "Wir hätten viele Dinge, die wir gut vorbereitet haben, besser ausnutzen können", so Farke. Genau das sollte der Borussia am kommenden Wochenende gelingen - im Topspiel beim FC Bayern (Samstag, 18.30 Uhr).

tso