Bundesliga

Hoffenheims Lokomotive Kaderabek wieder unter Volldampf

Außenbahnspieler bereitet zwei Tore vor

Hoffenheims Lokomotive Kaderabek wieder unter Volldampf

Umtriebig auf dem rechten Flügel: Pavel Kaderabek.

Umtriebig auf dem rechten Flügel: Pavel Kaderabek. Getty Images

Trainer Sebastian Hoeneß hatte es prophezeit. "Er hat ja noch nicht so viel gespielt in dieser Saison und hat Bock zu zeigen, was er drauf hat", ahnte der TSG-Coach. Und Pavel Kaderabek lieferte. Mit seiner enormen Dynamik sorgte der Tscheche gegen Wolfsburg vor allem vor der Pause dafür, dass die Partie für die bis dahin beste Rückrundenmannschaft zu einem enormen Stresstest geriet. Dem selbst das erprobte Defensiv-Bollwerk der Gäste nicht standhielt.

Immer wieder fanden die Kollegen auf dem rechten Flügel den umtriebigen Tschechen, dessen Flanken im Gegensatz zu früheren Jahren mittlerweile auch mit der nötigen Präzision vor des Gegners Tor segeln. Die erste schlug der 28-Jährige sogar mit links in den Strafraum. Exakt auf die Brust von Christoph Baumgartner, der die Kugel dann zum 1:0 unter die Latte hämmerte.

Auch das 2:1 bereitete Kaderabek mustergültig vor. Diesmal schlug er den Ball mit dem starken rechten Fuß scharf vors Tor, wo er am zweiten Pfosten Andrej Kramaric erreichte, der die Kugel erst beruhigte und dann in aller Ruhe versenkte. Zum zweiten Mal sammelte Kaderabek in einem Bundesligaspiel gleich zwei Assists, zuvor war ihm das nur am 20.Oktober 2018 beim 3:1 in Nürnberg gelungen.

Langer Weg zurück zur Bestform

Es waren zugleich die ersten beiden Vorlagen in der aktuellen Spielzeit für den Nationalspieler Tschechiens. Gleich 14 Spieltage lang hatte Kaderabek gefehlt und auch danach noch einige Zeit gebraucht, um sein vormaliges Niveau wieder zu erreichen. Kaderabek wurde ein indirektes Corona-Opfer. Als im vergangenen Oktober mit Kramaric und Kasim Adams sich die ersten TSG-Profis auf Länderspielreisen mit COVID-19 infizierten, musste parallel Kaderabek wegen eines positiven Falls im familiären Umfeld ebenfalls in Quarantäne. Danach war es der tatendurstige Flügelspieler wohl zu forsch wieder angegangen und hatte sich eine Wadenblessur eingefangen, die ihn wochenlang beschäftigte und unter gesteigerter Belastung immer wieder aufbrach. Erst Ende Januar führte ihn Hoeneß mit ersten Einwechslungen wieder behutsam heran. Seit vier Ligaspielen steht Kaderabek wieder in der Startelf, seither ist Hoffenheim ungeschlagen, holte gegen Bremen (4:0) und Wolfsburg (2:1) zwei Heimsiege und in Dortmund (2:2) und bei Union Berlin (1:1) zwei Remis.

"Jetzt weiß jeder, was es bedeutet, wenn über so lange Zeit Leistungsträger fehlen, einer davon ist Pavel", freut sich Hoeneß, "er hat vier Monate gefehlt und ist wieder auf dem Weg, dahin, wo er die letzten Jahre war." Lokomotive nennen sie diesen Athleten, der in Topverfassung unermüdlich einen Sprint an den nächsten reiht auf der langen rechten Außenbahn. "Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft. In der ersten Hälfte haben wir eine sehr gute Leistung gezeigt und uns mit zwei Toren belohnt", jubelte Kaderabek nach seinem besten Auftritt dieser Spielzeit, es war erst der zehnte. "In der zweiten Hälfte war es dann schwierig. Wir standen sehr tief und haben gut verteidigt. Wir sind alle sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Ich hoffe, dass es so weitergeht."

Michael Pfeifer

Bilder zur Partie TSG Hoffenheim - VfL Wolfsburg