Bundesliga

Uli Hoeneß: "Paul Breitner ist nicht Opfer, sondern Täter"

Bayern-Präsident verteidigt sich

Hoeneß: "Paul Breitner ist nicht Opfer, sondern Täter"

Im Zwist mit den Bayern-Bossen: Paul Breitner.

Im Zwist mit den Bayern-Bossen: Paul Breitner. imago

Als ein Mitglied Uli Hoeneß bittet, den weihnachtlichen Frieden zu einer Versöhnung mit Paul Breitner zu nutzen, reagiert Bayerns Präsident verhalten. Er könne hier keine öffentliche Zusage machen, sagt er beim Besuch des Fanklubs Kersbach in Oberfranken, einem Ortsteil von Forchheim. Auf Details zum Warum geht Hoeneß nicht ein.

Doch als er beim Verlassen des Saals spricht, eröffnet Hoeneß das Thema Breitner ungefragt von selbst. Es ist dem 66-Jährigen anzumerken, dass er nach den Vorkommnissen auf der Mitgliederversammlung am Freitagabend noch etwas loswerden will. "Der wird jetzt zum Märtyrer gemacht. Paul Breitner ist nicht Opfer, sondern Täter", stellte Hoeneß fest. Vergangene Woche war bekannt geworden, dass der frühere Bayern-Star im Ehrengastbereich des FC Bayern nicht mehr willkommen ist. Seine Eintrittskarten hätte er behalten dürfen, sie also nicht selbst kaufen müssen, wie Breitner geäußert hatte. Ein Mitglied hatte Hoeneß daraufhin bei der Mitgliederversammlung gemaßregelt, dass man mit einem Ehrenspielführer so nicht umgehe.

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Paul Breitner hat in den letzten acht Jahren beim FC Bayern fast zwei Millionen Euro Honorar bekommen.

Uli Hoeneß

Nun konterte Hoeneß: "Paul Breitner hat in den letzten acht Jahren beim FC Bayern fast zwei Millionen Euro Honorar bekommen für 15 bis 20 Vorträge bei Sponsoren. Diesen Vertrag hat er Anfang 2017 nach einer Auseinandersetzung mit Karl-Heinz Rummenigge, in der es auch um Presseauftritte und Fernsehauftritte ging, hingeschmissen." Ein paar Wochen später wollte Breitner doch in Diensten des FCB bleiben, aber diesen Passus streichen lassen. Rummenigge lehnte ab.

Zur Erklärung: Breitner musste sich laut einer Vertragsklausel von Rummenigge TV-Auftritte genehmigen lassen, da den Bossen einige Äußerungen und Kommentare, die Breitner vor Kameras getätigt hatte, missfallen hatten.

Letzter Auslöser für den Schritt der Bayern-Führung - den Beschluss in der Personalie Breitner fällten Hoeneß sowie die Vorständen Karl-Rummenigge und Jan-Christian Dreesen - sei der Auftritt Breitners im Bayerischen Fernsehen gewesen, indem dieser die Rundum-Schelte der Bayern-Bosse an den Medien kritisiert und in Richtung Hoeneß wegen der von ihm immer wieder forcierten Bayern-Familie gesagt hatte: "Für den Papa, für den müssen wir uns jetzt mal gewaltig schämen."

Für Hoeneß ein "unsäglicher Auftritt. Er hat den FC Bayern beschädigt, deshalb haben wir ihm nahegelegt, nicht mehr in den Ehrengastbereich zu kommen. Wenn er ein Problem mit uns hat, dann soll er uns das selbst sagen, aber nicht den Weg über die Presse gehen. Deswegen waren wir so böse."

Hoeneß hat nach eigener Aussage seit fünf Jahren keinen Kontakt mehr zu Breitner. Er hat mit seinem früheren Mitspieler und Zimmerpartner gebrochen, nachdem dieser nach Hoeneß' Gefängnisaufenthalt geäußert hatte, Hoeneß bekomme beim FC Bayern keinen Fuß mehr in die Tür. Eine Versöhnung hält er für ausgeschlossen: "Dieses Verhältnis ist nicht mehr zu kitten, weil er mit seinen Attacken den Rubikon klar überschritten hat. Wir sollten hier nicht Opfer und Täter verwechseln."

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Frank Linkesch

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