Bundesliga

Hoeneß: "Muss man nicht die Wahrheit sagen?"

Der Präsident zu den atmosphärischen Störungen im Team

Hoeneß: "Muss man nicht die Wahrheit sagen?"

Schon immer ein Mann der klaren Worte: Uli Hoeneß.

Schon immer ein Mann der klaren Worte: Uli Hoeneß. picture alliance

Es war längst ein offenes Geheimnis, der kicker berichtete mehrmals online und im Print darüber: Die Atmosphäre zwischen Teilen der Mannschaft des FC Bayern München und dem vormaligen Trainer Niko Kovac stimmte schon seit längerem nicht mehr, mit zunehmender Tendenz zur Verschlechterung in dieser Saison. Kovac hatte, wie es heute im Fußball heißt, "die Kabine verloren".

Uli Hoeneß bestätigte diese atmosphärische Entwicklung nun nach dem 4:0-Sieg gegen Borussia Dortmund im Aktuellen Sportstudio des ZDF. "Es hat sicherlich Strömungen innerhalb der Mannschaft gegeben, die den Trainer weghaben wollten", sagte der FCB-Präsident, "deshalb die Führung entsprechend reagiert." Kovac arbeitete seit vorigem Sonntag nicht mehr als Trainer des Rekordmeisters, sein Nachfolger ist Hansi Flick, der vormalige Assistent.

"Der größte Druck kam von der Mannschaft"

Der kicker fragte Hoeneß am Sonntag nach dem Anlass für seine Aussage zur Trennung von Kovac. "Muss man nicht die Wahrheit sagen?", antwortete Hoeneß, "der größte Druck kam von der Mannschaft." Für die Zukunft und grundsätzliche müsse und werde beim Rekordmeister jedoch gelten: "Ich bin immer für Kommunikation und Gespräche, die Spieler können ihre Meinung äußern - aber entscheiden muss am Ende die Führung des Vereins." Beim FC Bayern hat man mittlerweile die zunehmende Einflussnahme der Spieler registriert.

Schon bei der Entlassung Carlo Ancelottis Ende September 2017 war dessen Zerwürfnis mit einigen FCB-Profis von Hoeneß als Grund für die Scheidung genannt worden, er sagte damals: "Der Trainer hat fünf Spieler auf einen Schlag gegen sich gebracht. Das hätte er niemals durchgestanden."

Lesen Sie in der Montagausgabe des kicker die große Story zu Uli Hoeneß, der am kommenden Freitag nicht mehr zur Wiederwahl als Präsident des FC Bayern antreten wird. War's das wirklich...?

Karlheinz Wild

Bilder zur Partie Bayern München - Borussia Dortmund