Champions League

Hoeneß über den "Plan B" und Guardiolas Kulturschock

München: Präsident macht Eingewöhnung des Trainers aus

Hoeneß über den "Plan B" und Guardiolas Kulturschock

Uli Hoeneß ist zufrieden: "Wir müssen aufhören, uns von außen immer unter Druck setzen zu lassen."

Uli Hoeneß ist zufrieden: "Wir müssen aufhören, uns von außen immer unter Druck setzen zu lassen." imago

"Ich finde, dass wir total zufrieden sein können. Dass wir zwölf Punkte nach vier Spielen haben, ist per se eine fantastische Sache", meinte Hoeneß zu der aktuellen sportlichen Situation in der Champions League. Dabei irritierte ihn auch das Zustandekommen des knappen Erfolges in Pilsen nicht: "Wir haben festgestellt, dass wir der einzige Klub sind, der qualifiziert ist. Wir müssen aufhören, uns von außen immer unter Druck setzen zu lassen." Nach Manchester Citys 5:2 über ZSKA Moskau ist allerdings bereits klar, dass die Citizens gemeinsam mit den Münchnern ins Achtelfinale marschieren werden.

Bei Viktoria Pilsen war es einmal mehr Mario Mandzukic, der nach seiner Einwechslung für den entscheidenden Treffer sorgte. Kein Problem für Hoeneß, sondern eine besondere Qualität. "Guardiola war vielleicht am Anfang der Meinung, dass man auch ohne Mittelstürmer spielen kann, aber nun respektiert er das sehr wohl, dass es diesen Plan B mit einem Mandzukic gibt", sieht der Präsident auch eine Entwicklung beim führenden Angestellten – und einen großen Unterschied zum früheren Arbeitgeber Guardiolas: "Das ist der große Unterschied zwischen unserem Spiel und Barcelona. Die haben einen Plan A, der ist perfekt, aber einen Plan B eher weniger, wie wir in den zwei Spielen gegeneinander festgestellt haben. Wenn wir einen Mann für die Brechstange brauchen, dann haben wir den mit Mandzukic und ich möchte ihn nicht missen. Und Guardiola auch nicht."

...das ist für ihn ein Kulturschock gewesen.

Uli Hoeneß über Josep Guardiolas Eingewöhnung beim FC Bayern

Generell hat es der neue Übungsleiter des FCB auch Hoeneß angetan, der beim 42-Jährigen auch eine Anpassung an die Münchner Vehältnisse ausmacht: "Er ist ein super Mensch, der aber auf seine Privacy sehr viel Wert legt. Er hat da offensichtlich nicht sehr gute Erfahrungen gemacht in der Vergangenheit, weil die in Spanien mit den Leuten sehr schlecht umgehen. Deswegen musste man da erst ein gewisses Vertrauen zurückholen. So Sachen wie beim Bankett zum Beispiel: Dass man da sitzt, unter den Blicken von den Journalisten und anderen, das kennt er ja gar nicht. So etwas ist für ihn undenkbar gewesen. Dass man nach einem Spiel mit der Mannschaft, den Fans, ein Bier oder einen Wein trinkt, dazu was isst, das ist für ihn ein Kulturschock gewesen."

Die ganzen 36 Spiele nützen dir gar nichts, wenn du am Wochenende gegen Augsburg verlierst.

Uli Hoeneß über die Serie an niederlagenlosen Spielen

Angesichts des frühen Weiterkommens in der Champions League, eines Startrekords für Bayern-Trainer in der Bundesliga (elf Spiele, keine Niederlage) und der Einstellung des rund 30 Jahre alten HSV-Rekords von 36 Liga-Partien ohne Niederlage erfolgt die Eingewöhnungszeit Guardiolas aber sehr erfolgreich. Doch gerade angesichts solcher Erfolgsserien gibt sich Hoeneß ganz als der gewohnte Mahner: "Das sind alles so Dinge, die wir früher gar nicht gekannt haben. Das wird mir alles viel zu hoch gespielt. Die ganzen 36 Spiele nützen dir gar nichts, wenn du am Wochenende gegen Augsburg verlierst. Dann ist das alles für die Katz."

Jahreshauptversammlung des FCB am Mittwoch

Nach dem Bundesliga-Spiel gegen die Augsburger am Samstag (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de) steht dann für Hoeneß eine anderer großer Termin auf dem Plan: Am kommenden Mittwoch, den 13. November, werden die Münchner im Audi Dome ihre Jahreshauptversammlung abhalten. Die JHV als spezielles Ereignis für Hoeneß, der sich im März wegen des Vorwurfs der Steuerhinterziehung vor Gericht verantworten muss? "Ich weiß nicht, ob sie ein besonderer Moment wird", meint Hoeneß: "Ich habe mich bis jetzt noch nicht damit beschäftigt. Ich muss mich jetzt in Ruhe darauf mental vorbereiten und dann sehen wir weiter."

Mounir Zitouni