Bundesliga

Sebastian Hoeneß: "Man fragt sich, was man verbrochen hat"

Hoffenheim: Hübner fehlt weiter, Kaderabek fraglich

Hoeneß: "Man fragt sich, was man verbrochen hat"

Hat nicht nur mit der sportlichen Situation zu kämpfen: Sebastian Hoeneß.

Hat nicht nur mit der sportlichen Situation zu kämpfen: Sebastian Hoeneß. imago images

Die Vorbereitung auf das Derby gegen den VfB Stuttgart am Samstag ist nicht nur für TSG-Trainer Sebastian Hoeneß bislang einzigartig. "Das ist eine Situation, die ich noch nie erlebt habe", erklärte der 38-Jährige, dessen Debütsaison durch die ungewöhnlichen Umstände erheblich erschwert wird, "man darf auch nicht vergessen, dass auch die letzten Wochen nicht ganz einfach waren aufgrund der damaligen Corona-Fälle und einer Häufung unterschiedlichster Verletzungen, wodurch wir gefragt waren, kreativ zu werden und flexibel zu sein. Das ist aber Teil des Jobs."

Die neuerliche Pandemie-Welle im Klub fordere allen Beteiligten alles ab. "Im Moment ist es besonders herausfordernd. Natürlich fragt man sich zwischenzeitlich schon, was man eigentlich verbrochen hat, weil so viel zusammenkommt", gesteht Hoeneß, "aber es gibt kein Lamentieren im Klub. Wir schauen lösungsorientiert nach vorne, genau das spüre ich auch bei der Mannschaft, die ich seit Montag wieder zur Verfügung habe. Wir sind weiter gierig und versuchen, das Beste aus der Situation zu machen."

Die Aufstellung dürfte bis zuletzt völlig offen sein

Wie genau die Mannschaft aussehen kann und wird, die er am Samstag im Derby gegen den VfB Stuttgart ins Rennen schicken kann, dürfte bis zuletzt offen sein. "Es ist jeden Tag spannend", so Hoeneß, dessen Matchplan derzeit eher von äußeren Umständen bestimmt wird, "im Moment stellt sich eher die Frage, wen haben wir zur Verfügung und welche taktischen Ideen passen da?"

Aus dem aktuellen Personal-Puzzle kann Hoeneß jedenfalls weiterhin Kapitän Benjamin Hübner (Fußverletzung) streichen. "Erfreulich, es geht bergauf, aber er ist noch kein Thema für Stuttgart." Mit hoher Wahrscheinlichkeit muss auch Pavel Kaderabek passen, der Tscheche hatte nach seiner Quarantäne das Trainingsprogramm wieder hochgefahren, nun plagt er sich mit Wadenproblemen herum.

Es kann sein, dass Spieler ranmüssen, von denen man sonst gesagt hätte, der Samstag ist noch ein bisschen zu früh.

Sebastian Hoeneß

Dafür dürfte Stefan Posch wieder bereit sein, der Österreicher war gegen Liberec (5:0) umgeknickt und hatte sich im Sprunggelenk ein Band gerissen. Auch Dennis Geiger, der sich im selben Spiel einen Mittelhandbruch zugezogen hatte, sollte mit einer Manschette um die operierte Hand spielen können. Die im Oktober infizierten Kasim Adams und Andrej Kramaric stehen wieder zur Verfügung, vor allem von ihrem Toptorjäger erhoffen sich die Hoffenheimer entscheidende Impulse, um die Negativserie (nur ein Punkt aus den letzten fünf Spielen) zu beenden.

"Kramaric ist in einer ordentlichen Verfassung, wir müssen sehen, in welcher Form er dann eingesetzt wird", ließ Hoeneß offen, ob er den Kroaten gleich von Beginn an bringen wird. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch. "Es kann sein, dass Spieler ranmüssen, von denen man sonst gesagt hätte, der Samstag ist noch ein bisschen zu früh", erläuterte auch Manager Alexander Rosen, "aber das ist die Situation, und die nehmen wir so an. Wir werden am Samstag eine Truppe ins Rennen schicken, die richtig Gas geben wird."

Für Hoeneß ist es auch ein Spiel gegen die Vergangenheit

Möglicherweise tauchen sogar Spieler im Aufgebot auf, die erst jüngst wieder nach COVID-19-Erkrankungen aus der Quarantäne entlassen wurden. Bereits am Mittwoch seien zwei Spieler symptomfrei aus der Isolation entlassen worden, verriet Rosen am Donnerstag. Dabei dürfte es sich um Robert Skov und Munas Dabbur handeln. Zumindest bei diesen beiden könnte die nötige Zeit zu vorsorglichen Belastungstests führen und damit eine kleine Einsatzchance bestehen. Der bereits noch früher positiv getestete Jacob Bruun Larsen hatte dagegen stärkere Symptome gezeigt. Für die erst vor zehn Tagen positiv getesteten Sebastian Rudy, Ishak Belfodil und Kevin Vogt dürfte die Zeit zu knapp werden. Sicher fehlt Sargis Adamyan, dessen Infektion erst diesen Mittwochnach einer Testung tags zuvor bekannt wurde.

Für Trainer Hoeneß ist das Spiel gegen Stuttgart auch insofern ein besonderes Spiel, weil er einst im Nachwuchs des VfB als Spieler ausgebildet wurde und mit der U 17 an der Seite von Kevin Kuranyi und Andreas Hinkel sogar die Deutsche Meisterschaft 1999 feierte. Auch sein Vater Dieter war einst beim VfB aktiv, vier Jahre als Spieler (1975 -79) und später fünf als Manager (1990-95).

Michael Pfeifer

Vier vor Bayern: Die sichersten Passspieler pro Klub