Bundesliga

Hoeneß lobt Bebou nach Hoffenheims 4:0-Sieg, Zurückhaltung bei Rutter

Hoffenheims Trainer und der Beißreflex bei Rutter

Hoeneß lobt Bebou: "Ihn kann man wirklich in den Mittelpunkt stellen"

Ganz cool vor dem Tor: Ihlas Bebou trifft für die TSG gegen Bremen zum 1:0.

Ganz cool vor dem Tor: Ihlas Bebou trifft für die TSG gegen Bremen zum 1:0. imago images

Als langjähriger Jugendtrainer weiß Sebastian Hoeneß sehr genau, wann er bei einem Talent auf die Bremse treten und wann er Lobeshymnen freien Lauf geben lassen muss. Am Sonntagabend, nach dem sehr überzeugenden 4:0 seiner Elf gegen allerdings auch sehr schwache Bremer, drückte Hoeneß gewissermaßen aufs Halbgas, als ein Journalist nach Georginio Rutter fragte. Der 18-Jährige, nach längerem Hickhack doch schon im Winter von Stades Rennes verpflichtet, obwohl er im Sommer ablösefrei gewesen wäre, traf direkt beim Liga-Debüt.

"Ich habe da direkt so einen kleinen Beißreflex", sagte Hoeneß, aber milde lächelnd. "Dass der Junge aufgrund seines Tores in den Fokus gerät, ist völlig okay. Ich will nur hervorheben, dass wir andere Einzelspielerleistungen über 90 Minuten gesehen haben, die außergewöhnlich waren."

Nun ist es für Trainer immer ein wenig schwierig, Einzelakteure von sich aus hervorzuheben. Insofern dürfte Hoeneß dankbar gewesen sein, als wenig später ein anderer Journalist nach Ihlas Bebou fragte. "Das ist ein Spieler, den man wirklich in den Mittelpunkt stellen kann", ließ der 38-Jährige wissen. "Auch aufgrund der starken, vergangenen Spiele."

Da kam der Angreifer zwar auch zu seinen Chancen, in Dortmund traf er beispielsweise - doch Bebou ließ eben auch einiges liegen. Gegen Werder war das anders, da sprintete er nach feinem Pass des nicht weniger starken Diadie Samassekou beim Stande von 0:0 etwa 40 Meter völlig alleine auf Jiri Pavlenka zu. Würde er wieder scheitern? Offenbar war sich auch Beobachter Hoeneß da nicht so sicher, schließlich erläuterte er später: "Ich fand trotzdem erstaunlich, wie cool er vor dem Tor geblieben ist."

Um dann zu einer Lobeshymne für den 26-Jährigen anzusetzen. Bebou sei "ein super Charakter, er arbeitet weiter, ist enorm wichtig für uns als Mannschaft". Was er auch vor dem 3:0 bewies, als er Marco Friedl im Sprintduell geradezu düpierte und den Ball von der Grundlinie in die Mitte kratzte zu Torschütze Munas Dabbur. Der Israeli durfte wenig später in den verdienten Feierabend gehen, Bebou seinen feinen Auftritt noch ein wenig auf dem Feld genießen, ehe Hoeneß ihn in der 87. Minute herunternahm - für Rutter.

Benni Hofmann