Bundesliga

TSG Hoffenheim: Hoeneß glaubt an Verbleib von Andrej Kramaric

Kroate weiter auf Rekordjagd - Erstes Bundesligator für Akpoguma

Hoeneß: "Ich glaube, Kramaric spielt auch nächste Saison bei uns"

War gegen Schalke der Mann des Spiels: Andrej Kramaric mit Trainer Sebastian Hoeneß.

War gegen Schalke der Mann des Spiels: Andrej Kramaric mit Trainer Sebastian Hoeneß. imago images

Wer sonst? Natürlich war es Andrej Kramaric, der die TSG gegen Schalke zurück ins Spiel brachte. Auch beim letzten Heimspiel gegen Gladbach (3:2) hatte Hoffenheim zur Pause 0:2 zurückgelegen, ehe der Kroate drei Minuten nach Wiederanpfiff traf und die Wende einleitete. Diesmal dauerte es keine zwei Minuten, bis Kramaric zuschlug. Den Freistoß, den er dann mit Wucht und Feingefühl in den linken Winkel schlenzte, hatte er zuvor noch persönlich herausgeholt. Ein Traumtor - dem Anlass quasi angemessen.

Denn dieses zwischenzeitliche 1:2 war bereits der 18. Saisontreffer des Hoffenheimer Torjägers, damit stellte er einen neuen persönlichen Rekord auf und egalisierte zugleich die bisherige Hoffenheimer Bestmarke von Vedad Ibisevic (2008/09). Zwei Spiele bleiben dem 29-Jährigen noch, um den nächsten Superlativ im Kraichgau zu setzen. Und auch noch an Timo Werner vorbeizuziehen. Denn nur zwei Stürmer trafen in der Bundesliga häufiger als Kramaric, seit er im Winter 2016 von Leicester City zur TSG wechselte: Robert Lewandowski mit überwältigenden 169 Treffern und eben der mittlerweile für den FC Chelsea stürmende Werner mit 81 Toren. Kramaric hat in diesen rund fünf Jahren bisher 80-mal getroffen.

Kramaric: "Ich bin zugleich glücklich und nicht glücklich"

Zudem verbuchte Kramaric seine Assists Nummer fünf und sechs in dieser Spielzeit. Mit einem präzisen Eckball auf den Kopf von Kevin Akpoguma ermöglichte er den allerersten Bundesligatreffer im 67. Spiel des Hoffenheimer Abwehrspielers zum 2:2-Ausgleich. Und mit einem fein gezirkelten Freistoß bediente er zudem Christoph Baumgartner, der nur acht Minuten später zur 3:2-Führung einköpfte. "Das Spiel hat die Geschichte der ganzen Saison gespiegelt. Die erste Hälfte war nicht gut, das 0:2 sagt alles", analysierte Kramaric, "in der zweiten Hälfte war es dann ähnlich wie gegen Mönchengladbach. Wir sind mit viel Energie zurückgekommen, haben vier Tore in weniger als 20 Minuten gemacht. Ich bin zugleich glücklich und nicht glücklich, denn wir können besser spielen. Wir haben viel Potenzial in der Mannschaft, aber wir zeigen es noch zu selten. Ich freue mich über den Rekord, aber ich will immer mehr, bin immer motiviert, noch ein Tor zu machen."

Auch nächste Saison noch für Hoffenheim? Der Vertrag des Vizeweltmeisters läuft 2022 aus. Demnach steht in diesem Sommer eine weitere Vertragsverlängerung an, ansonsten müsste die TSG ihren Star vor dem letzten Vertragsjahr meistbietend verkaufen. Trainer Sebastian Hoeneß ist jedenfalls optimistisch, Kramaric im Kraichgau halten zu können. "Ich erlebe ihn tagtäglich sehr positiv, sehr fokussiert und bei der Sache, das schlägt sich auch in der Leistung nieder", erklärt Hoeneß, "alles andere kann ich nicht beeinflussen. Er ist die zentrale Figur, das steht außer Frage, ein über Jahre ganz wichtiger Spieler. Ich wünsche mir, dass er bleibt, und ich glaube, dass er auch nächste Saison bei uns spielt - die Zeit wird es zeigen." Das könnte aber noch dauern.

Kramaric dürfte die EM noch abwarten

Kramaric wird sicherlich die EM abwarten und ausloten, ob der in diesem Jahr träge Transfermarkt in seinem Fall anspringt. Andererseits wird er auch nicht müde zu betonen, wie wohl er sich in Hoffenheim fühlt. Sein womöglich letzter großer Vertrag will jedenfalls wohlüberlegt sein.

Michael Pfeifer

Bilder zur Partie TSG Hoffenheim - FC Schalke 04