Bundesliga

Hochemotionale Momente für Modeste - Uth hat einfach nur Spaß

FC-Publikumsliebling denkt an seinen verstorbenen Vater

Hochemotionale Momente für Modeste - Uth hat einfach nur Spaß

Anthony Modeste denkt an seinen verstorbenen Vater - und liegt in den Armen von FC-Teamkollege Mark Uth.

Anthony Modeste denkt an seinen verstorbenen Vater - und liegt in den Armen von FC-Teamkollege Mark Uth. imago images/Mika Volkmann

Einen hochemotionalen Fußballabend hat Anthony Modeste an diesem Samstagabend beim höchst intensiven, kurzweiligen und mit fünf längeren VAR-Untersuchungen vollgepackten Duell mit RB Leipzig (1:1) erlebt - Druckabfall inklusive wenigen Minuten nach Schlusspfiff. Der französische Stürmer hatte zunächst nach seinem zwischenzeitlichen Treffer zum 1:0 Tränen in den Augen, sank hernach kurz in die Schulter seinen Teamkollegen Mark Uth.

Anschließend am Mikrofon von "Sky" und im Gespräch unter anderem mit DFB-Legende Lothar Matthäus schämte er sich seiner Tränen nicht, wurde sogar wieder emotional - und sagte: "Mein Papa hat heute Geburtstag. Das sind sehr viele Emotionen für mich. Ich habe meinen Papa vor drei Jahren verloren." Ende 2018 war Vater Guy Modeste, ebenfalls Profi unter anderem bei der AS Saint-Etienne, im Alter von nur 64 Jahren verstorben. Matthäus selbst war von diesen Gesten ebenfalls bewegt und merkte an: "Das ist alles nur menschlich. Dafür muss er sich nicht schämen."

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Horn freut sich vor allem für Modeste

Auch Modestes Mitspieler Timo Horn, mit etlichen richtig starken Paraden an diesem Abend mit der herausragendste Mann, sprach über den lautstark von 25.000 Fans im Stadion gefeierten Publikumsliebling - und erinnerte dabei vor allem an die schwere Zeit, die der 33-Jährige in letzter Zeit durchzumachen hatte: " Er musste viel wegstecken die letzten Jahre, hat auch eine Leihe gehabt (zur AS Saint-Etienne; Anm. d. Red.). Doch er hat viel Kampfgeist, hat sich zurückgekämpft, das hat man schon in der Vorbereitung gesehen. Da ist er immer mehr rangekommen - und jetzt hat er den verdienten Lohn."

Vor allem das Gespür mache Modeste, der in fünf Ligaspielen schon bei vier Treffern sowie einer Vorlage steht, wieder so stark und so wichtig fürs Team: "Den Instinkt im Sechzehner verlernt man nicht, das hat man einfach - und das hat man heute auch bei seinem Abseitstor und dem 1:0 dann auch gesehen. Wir sind froh, dass wir ihn wieder in dieser Verfassung haben. Das hat uns letzte Saison sicherlich gefehlt - so ein Stürmer, den man auch mal anschießen kann und der Ball dann reingeht. Das freut mich auch persönlich für ihn."

"Spaß, Spaß, Spaß"

Genauso wie es Horn freut, dass es für den Kölner Klub als Ganzes ebenfalls sehr gut losgegangen ist in dieser Spielzeit - acht Punkte aus fünf Spielen, das kann sich mehr als sehen lassen: "Die Jungs haben einen Riesen-Fight geliefert und sich diesen Punkt verdient."

Spieler, Trainer und Offizielle des 1. FC Köln fiebern eifrig mit.

Hat an der Seite von FC-Coach Steffen Baumgart und mit seinen Kollegen "einfach Spaß": Offensivmann Mark Uth. imago images/Moritz Müller

Das sah auch Uth so, der vor allem die Kulisse im Rhein-Energie-Stadion lobte: "Ja, ich sag mal so: Es hat einfach Spaß gemacht - die Fans auch mitzureißen. 25.000 ... das hat sich angefühlt wie 50.000. Da freut man sich schon, wenn bald mal wirklich komplet voll ist. Es macht einfach Spaß momentan." Uth weiter: "Es war ein sehr, sehr intensives Spiel - einfach schön anzuschauen. Das ist auch die Marschroute, die unser Trainer (Steffen Baumgart; Anm. d. Red.) geht - und an die wir auch glauben. Natürlich ist es ab und zu schwer für einen, aber so ist das halt, wenn man immer aufs zweite Tor gehen will. Da ist dann aber einfach der breite Kader wertvoll, da werfen wir Jungs rein, die da sofort mitziehen. Die Jungs, die reinkommen, die brennen - das kann man auch sehen. Und so macht's eben riesig Spaß."

Seine strittige Szene bei der Entstehung des 1:0, als zunächst auf Foul entschieden worden ist (nach längerer VAR-Unterbrechung inklusive eigener Bildschirm-Studie von Referee Felix Brych ist dann auf kein Vergehen des Kölners an Mohamed Simakan entschieden worden), kommentierte Uth ebenfalls noch: "Ich komme dazwischen, berühr ihn leicht, klar. Ich geh da aber jetzt nicht rein, um ihn zu foulen - deswegen weiß ich jetzt auch nicht, ob es ein Foul ist. Der Schiedsrichter hat sich aber dagegen entschieden, da freuen wir uns drüber."

Oder in anderen Worten des in diesem Sommer von Schalke nach Köln zurückgekehrten Angreifers: "Und so macht's eben riesig Spaß."

mag

Bilder zur Partie 1. FC Köln - RB Leipzig