Tennis

Historischer Montag: Ons Jabeur springt in der Weltrangliste

Nach Halbfinaleinzug in Indian Wells

Historischer Montag: Jabeur springt in Top Ten der Weltrangliste

Durfte die Muskeln spielen lassen: Ons Jabeur nach ihrem Sieg über Anett Kontaveit.

Durfte die Muskeln spielen lassen: Ons Jabeur nach ihrem Sieg über Anett Kontaveit. Getty Images

Neun Matches hintereinander hatte Anett Kontaveit bis zum Mittwoch gewonnen. 18:0 Sätze. Diese Serie ist nun gerissen. Gegen eine ähnliche formstarke Kontrahentin konnte sie nicht mithalten. Ihr Name: Ons Jabeur.

Die Tunesierin schlug im Viertelfinale des WTA-Turniers in Indian Wells ihre Gegnerin Kontaveit glatt in zwei Sätzen. Das 7:5 und 6:3 gegen die Estin schraubte ihre persönliche Jahresbilanz auf der Tour auf 48 Siege. Damit ist sie die unangefochtene Nummer eins.

Auch Osaka hat sie nun überholt

Jabeur hatte aber noch einen weiteren Grund zum Strahlen. Was die WTA schon zwei Tage zuvor voreilig hinausposaunt und vorläufig wieder zurückgenommen hatte, war nun nämlich tatsächlich eingetreten: Die 27-Jährige wird als erster arabischer Tennis-Profi (ob weiblich oder männlich) in die Top Ten der Tennis-Weltrangliste einziehen. Zur arabischen Welt werden je nach Definition verschiedene Länder gezählt, allgemein jedoch die 22 Länder der "Arabischen Liga", die sich auf Asien und Nordafrika verteilen.

Wenn das neue Ranking am Montag erscheinen wird, springt Jabeur vom aktuell 14. Platz um mindestens vier Ränge nach oben. Vorbei unter anderem an Naomi Osaka. Außer dem Marokkaner Younes El Aynaoui (ebenfalls 14. zwischen 2003 und 2004) war ohnehin noch keine Araberin und kein Araber so hoch platziert gewesen. Von einem "Traum, der wahr wird", sprach Jabeur nach ihrem Erfolg. "Die Top Ten sind aber erst der Anfang."

"Glaubt an euch!"

Durch die Niederlage von Angelique Kerber (4:6, 5:7 gegen Paula Badosa) stieg Jabeur nebenbei zur höchstgesetzten verbliebenen Spielerin in Indian Wells auf. Dass das vor dem Halbfinale gegen Badosa etwas Druck erzeugen dürfte, liegt auf der Hand. Die Tunesierin gab zu, dass sie sich "stresse" und auch einen Mentaltrainer konsultiere, um ihre ehrgeizigen Ziele zu erreichen.

Sie wolle eine neue Generation inspirieren, hatte Jabeur nach dem klaren Achtelfinalsieg über die russische Qualifikantin Anna Kalinskaya gesagt. Nicht viele Menschen aus ihrem Land spielten Tennis, aber: "Wenn ich es hierhier schaffe, könnt ihr das auch", sagte sie mit einem Lächeln in die Kameras. "Glaubt an euch!"

pab