2. Bundesliga

Himmelmann: "Wir bleiben Stadtmeister"

St. Pauli hadert mit dem schnellen 2:2 und feiert doch die Titelverteidigung

Himmelmann: "Wir bleiben Stadtmeister"

Geschlossene Leistung: Der FC St. Pauli hat sich im Stadtderby beim Hamburger SV einen Punkt verdient.

Geschlossene Leistung: Der FC St. Pauli hat sich im Stadtderby beim Hamburger SV einen Punkt verdient. getty images

"Damals war es ein langweiliges 0:0 und Teile der 57.000 Zuschauer sind in der 85. Minute nach Hause gegangen. Jetzt war es ein richtig geiles Derby und schade, dass nur 1000 da waren. Denn dieses Spiel hätte sie von den Sitzen gerissen." Und St. Pauli hatte gehörigen Anteil daran.

Die Elf von Timo Schultz ist nach zwei Siegen in der vorigen Saison als Stadtmeister angereist und insbesondere auch im ersten Durchgang mit dem entsprechenden Selbstverständnis aufgetreten. "Der HSV hatte richtig Respekt vor uns, das war zu spüren", sagt Knoll. Dem Sieg ganz nah waren die Braun-Weißen, als der Tabellenführer eigentlich seine stärkste Phase hatte. "Nach der Pause", räumt Robin Himmelmann ein, "mussten wir phasenweise ziemlichen Druck aushalten." Weil Simon Makienok in der 82. Minute aber zum 2:1 getroffen hatte, träumte der Underdog ganz kurz vom Sieg-Hattrick gegen den HSV, ehe Simon Terodde zwei Minuten später antwortete. "Wir gehen mit einem weinenden Auge raus, weil die späte Führung nicht gereicht hat", sagt Himmelmann. "Wir bleiben zwar Stadtmeister, aber wir hätten schon gern wieder gewonnen."

Timo Schultz teilt dieses zweigeteilte Fazit seines Schlussmannes, lobt den HSV für dessen "starke Entwicklung unter Daniel Thioune", hadert gleichzeitig aber damit, "dass wir es vor dem 2:2 einfach auch nicht gut verteidigt haben." Klar ist für St. Paulis Trainer: Das morgendliche Bringen seiner Tochter in den Kindergarten wird für ihn weder ein Spießrutenlauf noch ein Triumphmarsch. Im Vorfeld der Partie hatte der 43-Jährige verraten, dass der Erzieher seiner Tochter Frieda HSV-Fan sei. "Manchmal macht er ihr auch HSV-Tattoos auf den Arm", ergänzte er Freitagabend, "er ist ein ganz entspannter Typ. Sicher hätte er sich einen HSV-Sieg gewünscht, kann mit dem Ergebnis aber bestimmt auch leben." So wie die Protagonisten beim weiter amtierenden Hamburger Stadtmeister.

Sebastian Wolff