2. Bundesliga

Heyer: Kaltstart für den HSV-Blitztransfer?

Transfer fix: Neuling aus Osnabrück könnte direkt debütieren

Heyer: Kaltstart für den HSV-Blitztransfer?

Moritz Heyer könnte bereits am Freitagabend gegen Düsseldorf für den Hamburger SV debütieren.

Moritz Heyer könnte bereits am Freitagabend gegen Düsseldorf für den Hamburger SV debütieren. picture alliance

Daniel Thioune vermied Geheimniskrämerei während der Pressekonferenz am Donnerstag. "Es ist bekannt, dass Moritz Heyer bereits in Hamburg zum Medizincheck ist", sagte der HSV-Coach und bestätigte damit einen Bericht des kicker. Am frühen Abend gaben die beiden Seiten den Transfer dann offiziell bekannt. Heyer unterschreibt einen Dreijahresvertrag und erhält die Rückennummer drei. Die könnte er bereits am Freitag auf dem Feld tragen: Zum Start gegen Fortuna Düsseldorf soll er nach Möglichkeit bereits im Kader stehen.

Thioune schließt einen Kaltstart seines Blitztransfers ausdrücklich nicht aus. "Ich halte mir das offen." Heyer absolvierte am Donnerstagabend um 18 Uhr das Abschlusstraining im Volkspark und könnte kurzfristig die gewaltigen Abwehrprobleme lösen: Bei Toni Leistner rechnen der HSV und Thioune mit einer Sperre ("Er ist für Düsseldorf nicht eingeplant"), Stephan Ambrosius bleibt wegen Sprunggelenkproblemen ein Wackelkandidat, inklusive Ewerton und Rick van Drongelen fehlen damit vier Innenverteidiger. Der Trainer macht jedoch ausdrücklich deutlich, dass Heyers Verpflichtung nicht nur eine Reaktion auf die womöglich langfristige Leistner-Sperre ist. "Moritz kann Innenverteidiger, Außenverteidiger, als Sechser und als Achter spielen. Ihn zeichnet eine Polyvalenz aus, die uns variabler macht." Dass der HSV im Bemühen um den 25-Jährigen seit Mitte der Woche aufs Tempo gedrückt hat, lag auch an der Konkurrenzsituation: "Wir wissen, dass er in der 2. Liga für viele Vereine interessant war und sind froh darüber, dass er sich für uns entschieden hat."

Terodde und Onana Anwärter auf die Startelf

Thioune machte auf der Pressekonferenz vor seinem Punktspiel-Debüt auf der HSV-Bank deutlich, dass ein möglicher Einbau von Heyer keineswegs die einzige Änderung sein muss. "Es kann schon sein, dass wir was verändern", erklärt der 46-Jährige und hakt das 1:4 von Dresden mit diesen Worten ab: "Wir waren nicht konsequent gegen den Ball und fahrlässig mit Ball. Wir müssen seriöser und verantwortungsvoller reagieren." Und das mit verändertem Personal: Simon Terodde dürfte im Angriff trotz leichter körperlicher Rückstände anstelle von Lukas Hinterseer beginnen, im Mittelfeld ist Aaron Hunt ein Streichkandidat - und Youngster Amadou Onana ein Anwärter auf einen Startplatz. Der 19-jährige Belgier, aus der Hoffenheimer U 19 gekommen, hatte nicht nur bei seinem Jokereinsatz in Dresden Pluspunkte gesammelt. "Amadou hinterlässt einen guten Eindruck, hat eine gewisse Resistenz nachgewiesen, er spielt eine Rolle in unseren Überlegungen."

Heuer Fernandes hütet auch gegen Düsseldorf das Tor

Zunächst nichts verändern wird der Trainer im Tor: Daniel Heuer Fernandes spielt auch gegen Düsseldorf, den Status der Nummer eins aber verleiht ihm Thioune nicht, nachdem Julian Pollersbeck zu Olympique Lyon gewechselt ist. "Wir müssen Julian ersetzen und dann ist es ein offenes Rennen." Der HSV sucht nach der Absage von Florian Müller einen Schlussmann, der mindestens in Konkurrenz zu Heuer Fernandes treten kann. Bis dahin spielt der Ex-Darmstädter. Der Trainer drückt es so aus: "Daniel kann seine Platzzeit rechtfertigen."

Sebastian Wolff

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